„Aus innovativen Projekten entwickelt sich was“ – Sandra Boser MdL und Thomas Poreski MdL zu Gast im Kindergarten „Lahrer Pünktchen“ in Lahr

(Lahr) Am vergangenen Dienstag besuchte die Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Poreski (Grüne), Sprecher für Sozialpolitik, Jugend und Inklusion, die Kindertagesstätte „Lahrer Pünktchen“ in Lahr. Im Rahmen eines Rundgangs durch den modernen Kindergarten informierten sie sich bei Annette Bronner (Kita-Leitung), Andrea Plaßwich-Probst (Bereichsleitung des Schulkindergartens) und Mirjam Weisserth (Geschäftsführerin von Reha Südwest) über die Arbeit der inklusiven Kindertagesstätte.

Besonderes Merkmal des Kindergartens, der dieses Jahr im Januar eröffnet wurde, ist seine integrative und inklusive Ausrichtung. „Es war ein langer Weg für das Konzept mit dem integrativen Schulkindergarten. Mein Wunsch ist es, damit mehr in die Breite zu gehen“, äußerte sich Mirjam Weisserth. Dem fügte Andrea Plaßwich-Probst hinzu: „Alle wollten diesen Neubeginn. Auch der Austausch mit anderen Kindergärten ist wichtig, um zu sehen, wie es dort läuft.“ Thomas Poreski bestätigte dies, dass in anderen Einrichtungen zu hospitieren, eine Bereicherung sei.

„Es ist gut, wenn man integrativ denkt“, so Boser. Sechs bis acht Kinder des Schulkindergartens Offenburg, die besonderen Förderbedarf brauchen, Entwicklungsverzögerungen und/oder Körperbehinderungen aufweisen, sind in der Kita „Lahrer Pünktchen“ integriert.  „Heute gibt es mehr Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Eine Begleitung für Menschen mit Behinderung ist bedeutend. Es müssen klare Strukturen geschaffen werden“, so Weisserth. „Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTGH) kann eine Entwicklung stattfinden“, so Poreski. Es sei wichtig, mehr in die Öffentlichkeit zu gehen, um zu zeigen, was die Schulkindergärten für einen wertvollen Beitrag leisten.

Wie in vielen anderen Kindergärten ist auch hier der Fachkräftemangel ein großes Thema. „Für mehrfach, schwerbehinderte Kinder gibt es zu wenig geschulte Betreuung. Teils wäre eine 1:1 Betreuung notwendig, jedoch sind die Rahmenbedingungen hierfür nicht so gut“, stellte Andrea Plaßwich-Probst klar. Sandra Boser ergänzte: „Für uns als Landesregierung steht die Qualität in der Kita im Vordergrund. Dafür wurden das Gute-Kita-Gesetz und das Gesetz für Bildung und Betreuung auf den Weg gebracht. Zudem wurde von der Landesregierung für gute Bildung und Betreuung noch einmal Geld in die Hand genommen, um eine Fachkräfteoffensive zu starten, die PIA- Ausbildung zu unterstützen und die Inklusion voranzutreiben.“ Auf die Frage nach Beitragsfreiheit antwortete Thomas Poreski: „Darunter würde die Qualität leiden. Wichtig ist, dass die Träger der Kindertagesstätten sozial gestaffelte Beiträge anbieten.“

Ein weiteres Anliegen von Annette Bronner war, dass es ein großer Aufwand sei, ein behindertes Kind anzumelden. Dem pflichtete Sandra Boser bei, dass zudem im Ortenaukreis dieser Antrag jedes Jahr neu gestellt werden müsse.

Mit dem Neubau des Kindergartens sind alle Anwesenden sehr zufrieden. Neben den beiden Besonderheiten, dem Snoozlerraum (Ruheraum) und dem Elterncafé, loben alle die kurzen Wege, die Zugänge von allen Räumen zum Hof, den zentral gelegenen Schulkindergarten und somit den kulturellen Austausch.