Besichtigung von „geordnetem Chaos“ bei Zalando

(Lahr) Am vergangenen Freitag besuchte die Grüne Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sandra Boser das europaweit agierende Unternehmen Zalando am Lahrer Flugplatz. Empfangen wurde sie in dem Gebäudekomplex, in dem derzeit etwa 700 Mitarbeiter tätig sind, von Standortleiter Simon Straub und der Referentin für Politische Kommunikation Lisa Rapport-Moersch.

Im Rahmen einer Führung durch die etwa 130.000 km² große Lagerfläche konnte die Grüne Landtagsabgeordnete sich ein Bild von den logistisch ausgefeilten Vorgängen am Lahrer Standort machen. Dabei zeigte sie sich beeindruckt von dem System des „geordneten Chaos“, bei dem die verschiedenen Produkte von außen scheinbar ungeordnete gelagert werden. „Dies liegt in der großen Vielfalt unserer Produkte begründet“, so Standortleiter Straub.

Gegründet wurde Zalando 2008 in Berlin als Startup. „Mittlerweile haben wir europaweit mehr als 14.000 Mitarbeiter und sind in 15 europäischen Märkten aktiv, haben also in den letzten zehn Jahren ein unglaubliches Wachstum hingelegt. Das erfordert schon eine besondere Logistik, damit diese rasche Expansion auch auf gesunde Art und Weise erfolgen kann“, so Lisa Rapport-Moersch, die bereits seit vier Jahren vom Berliner Firmensitz aus in dem Unternehmen tätig ist.

Von Lahr aus werden täglich mehrere 10.000 Pakete, vor allem gefüllt mit Schuhen und Modeartikeln an Zalando Kunden in elf europäischen Märkten, insbesondere an Kunden aus Süddeutschland, Frankreich oder der Schweiz versendet. „Wir haben hier mit Lahr natürlich auch einen besonders guten Standort gewählt, da wir an der Schnittstelle verschiedener Länder sitzen“, so der Standortleiter. Auch habe man deshalb bewusst entschieden, den Standort zweisprachig zu gestalten. Alle Schilder sind sowohl in deutscher wie französischer Sprache. Etwa 30% der Belegschaft kommen aus dem nahegelegenen Elsass, wo die Arbeitslosigkeit im Verhältnis zur Ortenau recht hoch ist. Generell sind die ersten Monate in dem Werk sehr positiv angelaufen, allerdings fehlt es vor allem in den technischen Bereichen weiterhin an qualifiziertem Fachpersonal, klagt Simon Straub. „Die Ortenau ist als Arbeitsmarkt leider noch nicht so bekannt in Deutschland wie Stuttgart oder Mannheim mit seinen Automobilmarken“, so Sandra Boser. „Dabei haben wir hier international agierende Großunternehmen genauso wie die so genannten hidden Champions die in ihrem Bereich Marktführer sind und die ihren Arbeitnehmern gute Konditionen bieten.“ Diese zeige sich beispielsweise auch bei der Arbeitnehmerzufriedenheit, unter anderem aufgrund des ständigen Austauschs zwischen den verschiedenen Ebenen sowie einer ausgezeichneten Betriebskantine. Nur in puncto Öffentlicher Nahverkehr wäre noch eine bessere überregionale Anbindung, speziell zu den Schichtzeiten, wünschenswert, so Simon Straub. Ansonsten sei man aber sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Stadt- und Landkreis sowie deren französischer Partner betonte der Standortleiter.

→ Badische Zeitung am 8.03.2018