„Der Dorfladen bringt die Menschen zusammen“ – Nahversorgung im ländlichen Raum

(Schweighausen) Nahversorgung ist ein großes Thema im ländlichen Raum. Immer mehr Gemeinden stehen vor der Herausforderung, eine Einkaufsmöglichkeit oder die ärztliche Versorgung vor Ort zu gewährleisten. Der Dorfladen in Schweighausen ist ein gutes Beispiel dafür, wie es erfolgreich funktionieren kann. Im Rahmen des Besuchs der Sprecherin für ländlichen Raum, Martina Braun MdL, im Wahlkreis von Sandra Boser MdL, der bildungspolitischen Sprecherin und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Fraktion GRÜNE im Landtag, besuchten die beiden Abgeordneten die Vorstände der Träger-Genossenschaft Dorfladen Schweighausen eG. Nach einem Rundgang durch den Laden und dem integrierten Café tauschten sich die beiden Abgeordneten mit Stefan Göppert und Reiner Wenglein über aktuelle Themen aus.

Sandra Boser betonte: „Wir in der Fraktion sehen die zunehmende Aktualität des Themas Nahversorgung im ländlichen Raum. Dies muss auch bei unseren Förderprogrammen abgebildet sein.“ Eines dieser Förderprogramme ist das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Es zählt zu den wichtigsten Instrumenten des Landes zur Strukturentwicklung der Kommunen im Ländlichen Raum. Erst kürzlich hat das Ministerium für Ländlichen Raum den Fördersatz für Dorfläden, Bäckereien, Metzgereien und Gasthäuser um bis zu 35 % erhöht. Dazu Martina Braun: „Wir wollen die Strukturen im ländlichen Raum erhalten und Orte für Begegnungen schaffen.“ Der Dorfladen Schweighausen ist ein solcher Ort. Ob Senioren, Rentner oder junge Mütter, jeder findet im Laden, was man für den täglichen Bedarf braucht und kann sich bei Kaffee und Kuchen im Café mit großzügigem Außenbereich entspannen und austauschen.

„Insbesondere die Senioren schätzen das Angebot wahnsinnig,“ betonte Stefan Göppert, der den Bau des Dorfladens maßgeblich mitgestaltet hat. „Wir haben sehr auf Regionalität geachtet, wir haben sogar das Altholz aus einer alten Scheune in Kirnbach verbaut,“ so Göppert. „So ist diese einzigartige Atmosphäre entstanden. Das macht wahnsinnig viel aus,“ ergänzte Reiner Wenglein. Ein schönes Detail sind die gesponserten Stühle im Café. „Da konnte jeder Bürger einen Stuhl sponsern und sich so finanziell am Projekt beteiligen. Das haben extrem viele Senioren genutzt und sich auf einem Stuhl hier verewigt. Was aber vor allem für die Zukunft extrem wichtig ist, der Dorfladen zieht auch wieder jüngere Menschen an. Er gibt den jungen Leuten einen Anreiz, in Schweighausen zu bleiben und nicht in die Stadt zu ziehen. Es soll sogar noch ein Eventkeller unten im Laden gebaut werden,“ so Stefan Göppert.

Der Dorfladen ist rundum ein voller Erfolg. „Wir liegen bei den Einnamhen weit über den Erwartungen,“ so Stefan Göppert. Allerdings berichten die beiden Vorstände auch davon, dass sie als Genossenschaft an manchen Punkten an ihre Grenzen gelangen. Reinger Wenglein: „Ich wünsche mir eine Rechtsform zwischen Genossenschaft und Verein. Wir können auf Dauer nicht nur auf das Ehrenamt bauen. Die Personalkosten werden langfristig ein Problem darstellen, da wir uns richtige Angestellte nicht leisten können.“ Sandra Boser versicherte ihm: „Wir werden das auf Landesebene ansprechen.“ Martina Braun kommentierte zum Abschluss: „Der Dorfladen in Schweighausen ist ein Leuchtturmprojekt für andere Gemeinden, um zu zeigen, was alles möglich ist.“