„Die hohe Qualität der Kindertageseinrichtungen steht an erster Stelle“ – Sandra Boser besucht die Gemeinde Mühlenbach, den St. Bernhard Kindergarten und die Forstwirtschaftliche Vereinigung

(Mühlenbach) Beim Gemeindebesuch in Mühlenbach am 8. Januar 2020 tauschte sich die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion GRÜNE im Landtag, Sandra Boser, mit der Bürgermeisterin Helga Wössner sowie den anwesenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäten zu aktuellen Themen aus. Im Anschluss besuchte sie den Mühlenbacher Kindergarten St. Bernhard sowie die dort ansässige Forstwirtschaftliche Vereinigung (FVS). Schwerpunktmäßig ging es dabei um die Themen „Straßen- und Kanalisationssanierungen“, „Platzmangel im Kindergarten“, „Frühkindliche Sprachförderung“ sowie den „Notfallplan Wald“ der Landesregierung.

Als Einstieg zeigte Bürgermeisterin Wössner den neuen Imagefilm der Gemeinde Mühlebach, der das Profil als Freizeit- und Tourismusort stärken soll. Auch eine neue Internetseite sei geplant, auf dem der Film zu sehen sei. Ebenso sprach Frau Wössner über die gute Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeinderat sowie über die notwendigen sehr hohen Ausgaben für die Sanierung der Straßen und Abwasserkanäle in der Gemeinde. Außerdem lobte sie die Arbeit des Kindergartens, verwies aber darauf, dass wegen der steigenden Geburtszahlen die Kindergartenplätze knapp würden, es müsste eine neue Gruppe eröffnete werden und dazu benötige es einen neuen Raum. Die Gemeinde bietet eine Platzpauschale für Tagesmütter an, um dem Betreuungsmangel entgegenzuwirken.

Dazu informierte Sandra Boser: „Für mich steht die Qualität der Kitas an erster Stelle, eine Erhöhung der Gruppenstärken zulasten der pädagogischen Qualität begrüße ich nicht. Das Land unterstützt die Gemeinden bei den Kita-Betriebskosten für die unter Dreijährigen mit 68% und auch die Leitungsfreistellung ist fest im ‚Pakt für gute Bildung und Betreuung‘ verankert. Zudem bauen wir die Sprachförderung aus und versuchen mit einer Fachkräfteoffensive dem Mangel entgegenzuwirken.“

Beim anschließenden Besuch im Kindergarten St. Bernhard empfing Tobias Elsässer, Musiktherapeut bei der Musikschule Offenburg, die Gruppe. Elsässer bietet einmal wöchentlich im Rahmen des Landesprogramms „SBS – Sprechen, Bewegen, Singen“ pädagogische Förderung für die Kindergartenkinder an. Danach sprach bei einem kurzen Austausch die Kindergartenleiterin Elisabeth Schäfer nochmals den Platzmangel sowie die Sprachförderung im Kindergarten an.

Dazu Sandra Boser: „Wir vom Land versuchen gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindetag eine Lösung zu finden, dass auch zukünftig genügend pädagogisches Personal für die Kindertagesstätten bereitsteht. Auch besteht die Raumförderung über den Bund. Bei der frühkindlichen Kompetenzförderung liegt der Fokus des Landes bei der Sprachförderung. Die digitalen Medien sind nicht dazu geeignet den Kindern das Vorlesen zu ersetzen, darum ist das Vorlesen weiterhin extrem wichtig. Um die Angebote für die Sprachförderung zu verbessern, haben wir das Programm Kolibri für frühkindliche Sprachförderung mit neuen Mitteln ausgestattet. Auch das Programm „SBS – Sprechen, Bewegen, Singen“ wird weiterhin gefördert.“

 

Danach empfing in den Räumen der Forstwirtschaftlichen Vereinigung der Geschäftsführer Joachim Prinzbach die Landtagsabgeordnete. Die FVS ist eine der größten forstwirtschaftlichen Genossenschaften in Deutschland und hat ihren Sitz in Mühlenbach. In einer Präsentation unterrichtete Herr Prinzbach über die Mitglieder, Tätigkeiten und die wirtschaftliche Agenda der Genossenschaft. Deutschland sei mit der vierthöchsten Holzanschnittzahl in heimischen Sägewerken ein Global Player auf dem Holzmarkt. Er verwies darauf, dass die deutsche Forstwirtschaft auf ein nachhaltiges Wirtschaften setze: „Wir haben viele Mischbestände in unseren Wäldern und versuchen durch an das Klima angepasste Bepflanzung nachhaltig zu produzieren. Wald ist ein nachwachsender Rohstoff.“

Auf Nachfrage Sandra Bosers hin informiere der FVS-Geschäftsführer die Auswirkungen des Trocken-Sommers auf die Region: „Mit guten Strukturen in der Region, viel Eigeninitiative im vorausschauenden Denken der Beteiligten und mit Glück haben wir den Schaden minimiert.“

Sandra Boser gegrüßte dies: „Für uns in der Region, wo wir mit der Natur zusammenleben sind wir auf den Wald angewiesen.“ Des Weiteren informierte die Landtagsabgeordnete über den Notfallplan Wald, der Ende 2019 vom Ministerium für ländlichen Raum vorgelegt wurde. Darin sei eine rasche Wiederbewaldung der geschädigten Flächen mit klimaresistenten Baumarten sowie eine Aufstockung des Personals geplant. Außerdem fließen Gelder in die Klimafolgeforschung, das Krisenmanagement sowie in die Beratung von Waldbesitzern.

Abschließend erläuterte der Angestellte bei der FVS, Matthias Neumaier, die Beteiligung der FVS am Klimaprojekt der forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg, wo über nachhaltige Beforstung geforscht wird.