Die Zukunft des Bauens – Sandra Boser besucht Keienburg Architekten in Ettenheim

(Ettenheim) Anlässlich der Auszeichnung für klimaneutrales Bauen beim Architekturwettbewerb der Architektenkammer Baden-Württemberg: „Beispielhaftes Bauen 2020“ unter der Schirmherrschaft des Ortenaukreises, besuchte die Grüne Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Lahr/Kinzigtal und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Grüne im Landtag von Baden-Württemberg, Sandra Boser, am 9. September die Keienburg Architekten in Ettenheim. Das Architektenbüro Keienburg erhielt diesen August für den Neubau ihres Bürogebäudes die Auszeichnung „Klimaneutrales Bürogebäude mit Betriebswohnung“.

„Wir brauchen die Energiewende. CO2 neutrales Bauen spielt dabei eine gewichtige Rolle. Es geht darum, nachhaltiges Bauen zu unterstützen. Wir im Landtag unterstützen daher die Holzbau-Initiative. Das klimaneutrale Gebäude der Keienburg-Architekten ist ein gutes Beispiel dafür, wie tolles Design und nachhaltige Bauweise zusammengehen. Die Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen ist mehr als verdient!“ äußerte sich die Abgeordnete im Gespräch mit Lioba und Wolfgang Keienburg. Herr Keienburg zeigte sich zustimmend: „Mit den Gebäuden im Land tragen wir 40 % zum CO2-Ausstoß bei. Wir tragen uns als Architekten mit der Idee, wie wir da besser werden können indem wir zum Beispiel auf schadstoffärmere Baustoffe zurückgreifen. Das betrifft beispielsweise Klebestoffe und Farben. Wir achten dabei auch auf die Zertifizierung und machen im fertigen Bau Luftmessungen. In der Preisgestaltung macht das am Ende höchstens 1 % aus.“

Frau Boser erkundigte sich daraufhin wie die schadstoffarme Bauweise am Markt angenommen werde. Frau Keienburg äußerte sich dahingehend, dass noch Aufklärung zum Thema in der Bevölkerung nötig sei: „Gerade bei Privatpersonen ist das noch nicht in den Köpfen angekommen. Im Gewerbe wird mittlerweile mehr darauf geachtet, da ein klimaneutraler Bau langfristig in den Betriebskosten günstiger ist. Was viele nicht wissen: Ein gutes Gebäude muss weniger geheizt und weniger belüftet werden, da es auf Temperaturschwankungen ausgerichtet ist und diese auffängt.“  Herr Keienburg ergänzte noch, dass eine Holzfassade natürlich durch die Witterung langfristig ihre Farbe verändert und mit der Umwelt reagiert aber auch zum guten Raumklima beitrage. Sandra Boser: „Man muss akzeptieren, dass Holz ein lebendiger Baustoff ist und in Bewegung bleibt. Das Land hat ein Holzbau-Institut ins Leben gerufen zu erforschen welche regionalen Hölzer für den Holzbau in Frage kommen. Das wird immer mehr Thema werden. Durch den Wohnraummangel kommt es durch die Innenverdichtung zu mehr Aufbauten, da bietet sich die Holzbauweise sehr gut an.“

Bei einem dem Gespräch anschließenden Rundgang besichtigte die Landtagsabgeordnete noch den Technikraum und informierte sich über die Wärmepumpe sowie die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes.