„Es gibt nicht so viele Gymnasiallehrer, um den Bedarf zu decken“ – Sandra Boser MdL besucht das Robert-Gerwig Gymnasium in Hausach

(Hausach) Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, besuchte am Montag, den 30.09.2019 das Robert-Gerwig Gymnasium in Hausach. Das Gymnasium ist eine von 44 G9-Modellschulen im Land, sodass die Schulzeit sowohl 8 Jahre als auch 9 Jahre betragen kann. In einer Gesprächsrunde tauschte sich Sandra Boser mit der Schulleiterrunde über die aktuellen Themen aus. Im Anschluss daran besuchte Sandra Boser eine 11. Klasse Gemeinschaftskunde, deren Interesse schwerpunktmäßig in dem Bereich Klimawandel lag.

Rektor Meier-Gerwig wies zu Beginn des Gesprächs auf die Problematik der Lehrervertretung im Krankheitsfall hin. Er fragte bei Frau Boser nach, wie schnell die Lehrerstellen besetzbar seien. „Derzeit sind noch Krankheitsvertretungen vorhanden, dies kann sich aber bei einer Krankheitswelle schnell ändern. Wir sind daher dabei die Krankheitsreserve auszubauen und setzen dabei auf feste Verträge“, erklärte Sandra Boser.

Des Weiteren erkundigte sich Meier-Gerwig nach der Perspektive für die G9-Schulen. Sandra Boser stellte klar, dass neben den 43 regional vorhandenen G9-Modellschulen das G8 das Regelangebot bleiben wird, die 43 G9 Standorte aber auch in Zukunft Bestand haben werden.

Ein wichtiges Anliegen der Schulleiterrunde war auch die Digitalisierungsstrategie und der Medienentwicklungsplan. Letzterer stelle eine große Baustelle am Robert-Gerwig Gymnasium dar. Es ist offen, wie die großen Datenmengen gesichert werden sollen. „Ein Provisorium macht keinen Sinn, das kostet unnötige Mühen und Finanzen. Es gibt wenig korrespondierende Datenbanken. Mit der Digitalisierung wird man alleine gelassen“, äußerte sich Rektor Meier-Gerwig. „Die Digitalisierung wird für die Schülerinnen und Schüler in ihrer künftigen Arbeitswelt eine wichtige Rolle spielen. Es wird daher entscheidend sein, dass Schulen darauf vorbereiten. Mit dem Digitalpakt unterstützen Land und Bund bei der Umsetzung“, so Sandra Boser.

Aus aktuellem Anlass wurde noch kurz über den muttersprachlichen Unterricht in der Schule gesprochen. Wer kontrolliere den Unterrichtsinhalt? Die Landtagsabgeordnete erläuterte, dass die Konsulaten sowie Botschaften dafür verantwortlich seien. Da es kein Landesmodell ist, habe man keinen Einblick auf den Unterrichtsstoff oder die Lehrer. Eine Überarbeitung des Konsulatsunterrichts sei wichtig. Abschließend betonte Sandra Boser: „Viele Kinder wachsen mit keiner richtigen Muttersprache auf, daher ist es wichtig die Muttersprache zu unterrichten, allerdings mit Lehrern, die bei uns ausgebildet wurden.“

Anschießend besuchte Sandra Boser die 11. Klasse Gemeinschaftskunde, die zusammen mit Gemeinschaftskundelehrer Manuel Danner einige Fragen vorbereitet hatten. Unter anderem ging es um den Klimawandel, das Volksbegehren Artenschutz, E-Mobilität und den Umgang mit autoritären Herrschern.