„Es ist wichtig im ländlichen Raum die Orte im Innern attraktiv zu gestalten“ – Sandra Boser zu Besuch in der Gemeinde Schwanau

(Schwanau) Sandra Boser – stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion – besuchte am Donnerstag, den 19.12.2019 die Gemeinde Schwanau und informierte sich im Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Brucker, dem Hauptamtsleiter Michael Fertig und dem Gemeinderat über aktuelle Themen und der weiteren Entwicklung der Gemeinde. Schwerpunkte waren: das Landessanierungsprogramm (LSP), Kindertagesbetreuung, Volksbegehren und die Ortstermine in Nonnenweier und Wittenweier.

Zum Thema Kindertagesbetreuung berichtete Bürgermeister Brucker, dass durch Zuzüge viele Kinder dazu gekommen sind, die in der Bedarfsplanung nicht berücksichtigt wurden. Michael Fertig fragte nach, ob nicht die Möglichkeit bestehe, die Gruppenstärke kurzfristig um zwei Kinder zu erhöhen. Der Bedarf sei da, um etwas zu machen. Sandra Boser erklärte Hauptamtsleiter Fertig, dass man bereits einen Antrag beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) für eine übergangsweise Erhöhung der Kitaplätze stellen kann. Sandra Boser ergänzte, dass man derzeit prüfe, inwiefern, man das Verfahren verbessern kann. „Für uns ist dabei wichtig, dass dies nicht zu Lasten der Kinder geht und nur durch zusätzliches pädagogisches Personal umgesetzt werden kann“, so Boser weiter. Bürgermeister Brucker fügte hinzu, dass in Nonnenweier geplant sei, zehn Plätze zu schaffen und die altersgemischte Gruppe in Allmannsweier zu trennen.

Da auch in Schwanau das Volksbegehren „Artenschutz“ ein brisantes Thema war, brachte Sandra Boser alle Anwesenden auf den aktuellen Stand. „Die Initiatoren von Pro Biene sind dem Eckpunktepapier nun beigetreten und werden das Volksbegehren nicht mehr weiter bewerben. In einem Runden Tisch zuerst mit den Initiatoren des Volksbegehrens und anschließend mit den Landwirten hat man ein Eckpunktepapier aufgestellt, das inzwischen auch von den Landwirtschaftlichen Verbänden mitgetragen wird“, gab die Landtagsabgeordnete Boser bekannt.

Ein wichtiges Anliegen war Bürgermeister Brucker auch die Gemeindeentwicklung und verwies darauf, dass inzwischen ein Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) auf den Weg gebracht wurde. Man hoffe auf die Aufnahme von dem Ortsteil Nonnenweier in das Landessanierungsprogramm. Boser dazu: „Man muss schauen, was für den Ort passt. Ob eine Förderung über das Programm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) oder über das Landessanierungsprogramm (LSP) möglich ist. Es ist wichtig gerade in dem ländlichen Raum die Orte im Innern attraktiv zu gestalten.“

Nach dem Austausch im neuen Bürgersaal von Ottenheim ging es weiter nach Nonnenweier, um sich vor Ort ein Bild vom dem zum Teil sanierten Rathaus zu machen, das seit neuestem auch über einen seitlichen Aufzugs-Anbau barrierefrei zugänglich ist. Umgestaltet werden soll unter anderem auch das Feuerwehr-Gerätehaus, das Gelände beim Diakonissenhaus und für die Nahversorgung ist ein neuer Markt angedacht. Bevor allerdings weiter investiert wird, möchte die Gemeinde abwarten, ob die Kommune im Frühjahr in das LSP aufgenommen wird. „Durch eine Aufnahme von Nonnenweier in das LSP würde sich die Gemeinde weiter positiv entwickeln, einen Antrag werde ich gerne unterstützen“, so Boser.

Abschließend wurde die Baustelle zur Gestaltung der Ortsmitte von Wittenweier besichtigt. Das Gelände um die Kirche soll durch Baumplanzungen, Pflasterungen, Stromanschlüssen, Beschränkung auf Anliegerverkehr und dem Erhalt des prägnanten Osterbrunnens aufgewertet werden, um z. B. auch für Vereine einen schönen Veranstaltungsort bieten zu können.

„In Nonnenweier stehen wir in den Startlöchern. Wichtig ist, dass Private bei der Sanierung auch mitziehen“, betonte Brucker. Sandra Boser antwortete, dass sie gerne den Antrag auf die Aufnahme ins LSP unterstützen werde.