Europäisches Friedensprojekt wird in Kehl gelebt

(Kehl)

Am vergangenen Donnerstag besuchten die Ortenauer Grünen Landtagsabgeordneten Sandra Boser  und Thomas Marwein die Beruflichen Schulen Kehl. Die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion Sandra Boser sowie der Betreuungsabgeordnete des Wahlkreis Kehl Thomas Marwein folgten damit einer Einladung des Schulleiters Peter Cleiß.

 

Im Rahmen des Besuches in der badischen Grenzmetropole machten sich die Beiden im Gespräch mit dem Leiter des Amtes für Schule und Kultur beim Landratsamt Ortenaukreis, Bernhard Kohler, sowie dem Kehler Kollegium ein umfassendes Bild von den Zielen und Herausforderungen des deutsch-französischen Profils der Schule, den dort realisierten vielfältigen deutsch-französischen Kooperationen und der Umsetzung der regionalen Schulentwicklung. Daneben stand auch ein Rundgang durch das großflächige Schulgebäude mit Besuch von Werkstätten der Metall- und Nahrungsberufe auf dem Programm.

 

Dabei bemerkte Schulleiter Peter Cleiß, dass es in der Grenzregion durchaus üblich sei, dass die akademische Ausbildung interkulturell geprägt sei, im Ausbildungsbereich hingegen, den die Beruflichen Schulen Kehl abdecken, seien 70% der Schülerinnen und Schüler trotz der unmittelbaren Nähe noch nie in Frankreich gewesen. “Wir sehen das als unsere Aufgabe im Rahmen des europäischen Friedensprojekts an, dass wir hier sowohl sprachliche als auch kulturelle Möglichkeiten der Horizonterweiterung bieten”, so der Schulleiter.

 

Die beiden Ortenauer Abgeordneten stimmten Peter Cleiß zu, dass sich sprachliche und kulturelle Aspekte in der beruflichen Bildung auch abbilden lassen sollten. Dabei betonte Sandra Boser auch die Wichtigkeit von sprachlichen Fähigkeiten im beruflichen Austausch. “Gerade in Zeiten, in denen wir in Baden-Württemberg einen Fachkräftemangel haben ist eine zielgerichtete interkulturelle Ausbildung auch aus wirtschaftlicher Sicht für beide Regionen dies- und jenseits des Rheins ein Gewinn”, so die bildungspolitische Sprecherin. „In allgemeinen Schularten existieren vom Kindergarten bis zur Universität gute deutsch-französische Bildungsangebote, während für den berufsbildenden Bereich in dieser Hinsicht noch großer Nachholbedarf besteht“, merkt der Kehler Schulleiter Peter Cleiß an.

 

Ein weiteres Thema war die Regionale Schulentwicklung und welche Auswirkung dies auf Berufe hat, für die sich die Suche nach Auszubildenden heute sehr schwierig darstellt. Bernhard Kohler erläuterte die dezentrale Berufsschulstruktur und die im Ortenaukreis bereits umgesetzte Bildung von Kompetenzzentren. Der Schulträger möchte den Kompetenzbereich der Nahrungsberufe auch künftig in Kehl erhalten und stellt in den Werkstätten sowie mit einem eigenen Schülerwohnheim hierfür die erforderliche Ausstattung und Infrastruktur zur Verfügung. Sandra Boser betonte, dass eine regionale Schulentwicklung natürlich auch berücksichtigen muss, wie Ausbildungsberufe im ländlichen Raum erhalten werden können. Die regionale Schulentwicklung bietet durchaus Möglichkeiten regionale Gegebenheiten zu berücksichtigen.

Auf dem Photo (v.l.n.r.): Amtsleiter Bernhard Kohler, Schulleiter Peter Cleiß, Sandra Boser MdL, Thomas Marwein MdL