„Hier wird die Energiewende kommunal mitgestaltet“ – Sandra Boser informiert sich über das umweltfreundliche Heizsystem in Fischerbach

(Fischerbach) Bei einem gemeinsamen Termin der grünen Landtagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprecherin Sandra Boser sowie der grünen Europakandidatin Anna Deparnay-Grunenberg vergangenen Freitag, den 17. Mai 2019, informierten sich die beiden Politikerinnen über das Bidirektionale Kalt-Wärme-Netz in Fischerbach.

Architekturbüro innovativSchmid startete mit einem Vortrag im Haus der Vereine in Fischerbach zur kommunalen Energiewende im ländlichen Raum. Mit ihrem Pilotprojekt „Bidirektionales Kalt-Wärme-Netz“ machte sich bereits 2012 die Gemeinde Fischerbach auf den Weg, zukünftig vermehrt mit nachhaltiger Energiegewinnung zu arbeiten. Dort entstand in einem Neubaugebiet mit 24 Bauten ein Kalt-Wärme-Netz, das die angeschlossenen Häuser mit Wärmepumpen, einem Wassernetz, Sonnenkollektoren und einem Eisspeicher verbindet. Aufgrund eines chemischen Austauschs von Kälte und Wärme, wird innerhalb des Netzes Energie gewonnen, mit dem die angeschlossenen Häuser geheizt werden können. Der Clou an der Sache ist: das System kommt weitgehend ohne Energie von außen aus.

Sandra Boser zeigte großes Interesse am Thema und äußerte sich positiv: „Die Energiewende wird von vielen Kommunen aktiv mitgestaltet, dies ist ein wichtiger Beitrag.“ Der Geschäftsführer von innovativSchmid, Herr Arnold Schmid erläuterte: „Nach einigen Kinderkrankheiten wurden alle Fehler behoben. Die Technik ist da, jetzt benötigen wir noch den politischen Schwung beim Thema Energiewende.“

Nach dem Vortrag konnten Sandra Boser und Anna Deparnay-Grunenberg selbst einen Blick auf die Anlage werfen, die optisch durch Schlichtheit besticht: Der Kältespeicher befindet sich, gut versteckt, in einem Bushaltestellenhäuschen am Ortseingang, auch das Rohrnetz befindet sich komplett im Boden. In der Gemeinde Gutach entsteht bereits das nächste Bidirektionale Kalt-Wärme-Netz.