„Hier wird wichtiges für die Region geleistet“ – Sandra Boser MdL und Thomas Poreski MdL besuchen den Caritasverband Kinzigtal e. V. in Haslach

(Haslach) Am vergangenen Dienstag besuchte die Grüne Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sandra Boser gemeinsam mit Thomas Poreski, Vorsitzender Arbeitskreis Soziales und Integration und Sprecher für Sozialpolitik, Jugend und Inklusion der Fraktion GRÜNE im Landtag den Caritasverband Kinzigtal e. V. in Haslach. Bei einem Rundgang stellten Gabriele Dettling-Klein (Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle und der Fachstelle Frühe Hilfe) und Constanze Blank (Caritassozialdienst) die Arbeitsbereiche des Caritasverbandes vor.

300 Mitarbeiter*innen helfen Menschen weiter, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Es werden unter anderem die Fachbereiche Gesundheits- und Altenhilfe, Teilhabeberatung (EUTB) sowie psychologische Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche im Caritashaus in Haslach abgedeckt. Es ist eine Besonderheit, dass so viele Dienste in einem Haus untergebracht sind.

Zunächst wollte Sandra Boser unter dem Motto „Einmal arm, immer arm?“ wissen, wie sich Armut im Kinzigtal äußert. Frau Blank antwortete darauf: „Alleinerziehende, Frührentner, Erwerbslose sind von Armut betroffen. Es gibt viele Alleinstehende ab 55 Jahren, die durch gesundheitlichen oder finanziellen Faktor arm und einsam geworden sind.“ „Einsamkeit ist hier stark vertreten“, stimmte Sandra Boser besorgt zu. Gabriele Dettling-Klein weist darauf hin, dass die psychischen Erkrankungen zugenommen haben.

Große Sorgen bereitet Constanze Blank die fehlenden Pflegeplätze im Kinzigtal. Nicht einmal Kurzzeitpflegeplätze können angeboten werden. Dies stellt ein riesiges Problem dar. Inzwischen wird nach Emmendingen ausgewichen, jedoch sieht es dort nicht anders aus.

Bei dem Rundgang informierte Stefanie Brüschke über die Flüchtlingssituation vor Ort und die teils sehr langen Asylverfahren. Frau Blank ergänzt: „Dank der Sprachkurse finden die Männer Arbeit. Jedoch reicht der Verdienst nicht aus, um die Familie zu ernähren. Einige machen sogar eine Ausbildung.“

Auch im Caritashaus integriert ist die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), geführt von Michaela Himmelsbach, die in Haslach gut angenommen wird.

Die Landtagsabgeordnete Sandra Boser fragte zum Thema Wohnraumnot in Haslach und Umgebung nach. Wie so oft, schilderte auch Constanze Blank, das es keinen städtischen Wohnraum gebe und vor allem bezahlbare Wohnungen Mangelware seien. „Die Mittel aus dem Wohnraumförderprogramm sind im Ortenaukreis gut genutzt. Allerdings werden Grundstücke innerorts nicht verkauft“, so Boser. Thomas Poreski verweist hier auf die Überlegung einer Leerstandsregelung.

„Was sollte es hier noch geben“, erkundigte sich Sandra Boser. „Geld ist wichtig“, betonte Frau Blank. Das Ziel sollte es sein, dass sich jeder selbst ernähren kann. Bildung sei sehr bedeutend, um gegen Armut vorzugehen.

Sandra Boser wollte noch wissen, wie die Menschen von den vielseitigen Diensten des Caritasverbandes erfahren? „Das meiste läuft über Mund zu Mund oder dem Jobcenter“, antwortete Constanze Blank.

„Man kann zu uns mit allem kommen. Wir sind inzwischen ein Auffangbecken für alles“, so Dettling-Klein und verweist auf das multiprofessionelle Team bei der Caritas. „Die interprofessionelle Gestaltung ist super“, lobte Thomas Poreski abschließend.