Schulen brauchen Verlässlichkeit

Lahr-Wolfach, 28.10.2016 – „Bildungsgerechtigkeit und Bildungserfolg gehören zusammen“

„Wir werden die Ergebnisse der IQB-Studie genau analysieren und uns anschauen: Was funktioniert gut? Was machen andere besser? Das Ziel ist klar: Wir müssen die Qualität in unseren Schulen und unserem Unterricht verbessern“, sagt Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion GRÜNE. „Übereilte Schlüsse bringen keine Lösung.“

Die Studie zeigt, dass der Schulerfolg im Südwesten stark von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler abhängt. „Bildungserfolg und Bildungsgerechtigkeit gehören zusammen. Aus diesem Grund haben wir die Gemeinschaftsschule eingeführt. Sie ist die richtige Antwort, weil sie Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppelt und Durchlässigkeit fördert. Das zeigt auch das erfolgreiche Abschneiden Schleswig-Holsteins“, betont Boser. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die soziale Kluft im Bildungssystem unsere Gesellschaft spaltet. Wir wissen: Auf den Anfang kommt es an. Wir haben deshalb intensiv in die frühkindliche Bildung investiert und im Juli die Grundschulen mit 320 Deputaten für zusätzlichen Unterricht in Mathematik und Deutsch ausgestattet. Im Haushalt 2017 sind dafür weitere 160 Stellen vorgesehen. Mit den Kinder- und Familienzentren haben wir einen Raum geschaffen, der Bildung, Beratung und Begleitung für die ganze Familie möglich macht.“ Auch mit den zusätzlichen Poolstunden für die Realschulen und Gymnasien, dem Ausbau der Ganztagsschulen und durch zusätzliche Stunden im Bereich der
Kompetenzanalyse seien Spielräume für eine gezielte individuelle Betreuung einzelner Schülerinnen und Schüler geschaffen worden. Die Neuausrichtung der Lehrerbildung sei ein weiterer wichtiger Schritt, um Fachlichkeit, Pädagogik und Diagnostik zu
stärken.

„Wir müssen Verlässlichkeit in die Schulen bringen und prüfen, ob die Mittel tatsächlich da landen, wo sie benötigt werden. Wir werden die Lernprozesse, Ausbildungsinhalte und Lernbedingungen an den einzelnen Schulen ohne politische
Scheuklappen in den Blick nehmen“, so Boser. Nötig sei ein breiter politischer und gesellschaftlicher Konsens darüber, was Qualität an Schule ausmacht.

Hintergund IQB
Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ist eine wissenschaftliche Einrichtung aller 16 Bundesländer mit Sitz in der Humboldt-Universität zu Berlin. Zentrales Anliegen ist die Qualitätssicherung und -entwicklung im allgemeinbildenden Schulsystem. Dazu werden u. a. Testaufgaben für die Normierung und Überprüfung der Bildungsstandards entwickelt. Eine Überprüfung der Bildungsstandards erfolgt seit 2004 alle 5-6 Jahre jeweils in der 9. Jahrgangsstufe.
weitere Informationen finden Sie auf der Seite des IQBs