Integrationsmanager für Ortenau und Kinzigtal

Integrationsmanager können starten – Land stellt Mittel zur Verfügung

Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) freut sich: „Das bundesweit einmalige Projekt soll auch Kinzigtal und südlicher Ortenau helfen, dass aus Flüchtlingen bald Mitbürgerinnen und Mitbürger werden“

Gute Nachrichten für alle Kommunen in Baden-Württemberg, die Integrationsmanager für die Sozialberatung von Geflüchteten einstellen möchten: Wie die Grüne Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sandra Boser aus Lahr-Wolfach mitteilt, haben sie jetzt Klarheit über die Höhe der ihnen dafür vom Land zur Verfügung gestellten Mittel. Das Sozial- und Integrationsministerium und die Kommunalen Landesverbände haben sich nach Worten der Grünen Landtagsabgeordneten auf eine Verteilung der 116 Millionen Euro verständigt, die das Land den Kommunen während der zweijährigen Laufzeit des Paktes für Integration für das Integrationsmanagement bereitstellt.

Davon profitieren auch die Städte und Gemeinden im Kinzigtal, die jetzt Mittel abrufen beziehungsweise beantragen können. So stehen für das Kinzigtal insgesamt 238.842 Euro (Haslach 26.271 Euro, Hausach 49.375 Euro, Gutach 19.902 Euro, Hornberg 32.639 Euro, Fischerbach 17.514 Euro, Hofstetten 17.514 Euro, Mühlenbach 11.941 Euro, Oberwolfach 11.941 Euro, Wolfach 31.047 Euro, Steinach 20.698 Euro) und für die südliche Ortenau 530.984 Euro (davon Lahr (Schwarzwald) 242.804 Euro, Friesenheim 55.726 Euro, Ettenheim 42.988 Euro, Meißenheim 39.008 Euro, Schwanau 37.416 Euro, Kippenheim 31.843 Euro, Seelbach 24.678 Euro, Rust 20.698 Euro, Kappel-Grafenhausen 12.737 Euro, Ringsheim 9.553 Euro, Mahlberg 8.757 Euro, Schuttertal 4.776 Euro) zur Verfügung .

„Mit den Integrationsmanagern gibt es endlich und erstmals eine professionelle Betreuung und Begleitung für Flüchtlinge mit abgeschlossenen Verfahren. Sie waren bislang immer auf sich alleine gestellt“, freut sich Sandra Boser. Die Grüne Landtagsabgeordnete betont: „Dieses Konzept eines flächendeckenden und strukturierten Integrationsmanagements nach der vorläufigen Unterbringung ist bislang bundesweit einzigartig. Es soll dazu beitragen, dass aus Flüchtlingen bald Mitbürgerinnen und Mitbürger werden.“

Die Gemeinden, erläutert die Grüne Landtagsabgeordnete Sandra Boser, können jeweils entscheiden, ob sie selbst Integrationsmanager beschäftigen oder sich mit anderen Gemeinden zusammenschließen und gemeinsam einen Antrag stellen möchten. Antragsberechtigt sind eine oder mehrere Kommunen, wenn sie laut Planungsrahmen Mittel in Höhe von mindestens 51 000 Euro in Anspruch nehmen könnten. Kommunen, die laut Planungsrahmen unter dieser Summe liegen, müssen sich mit anderen Kommunen zusammenschließen.

Hintergrund:
Zentrale Aufgabe von Integrationsmanagern ist die individuelle und niedrigschwellige Sozialberatung und -begleitung für Geflüchtete in der Anschlussunterbringung. Am Beginn jeder Beratung steht das Erstellen des Integrationsplans. In diesem werden die persönlichen Daten (z. B. Qualifikationen und Kompetenzen, Schulbildung und Berufsabschluss, individuelle Entwicklungen) und die zu erreichenden Ziele schriftlich fixiert. Dabei geht es unter anderem um Fragen des Spracherwerbs, der Arbeitsmarktintegration, der Anerkennung ausländischer Qualifikationen sowie um Wohnen, Schule und Bildung. Der Integrationsplan wird kontinuierlich fortgeschrieben. Mit Hilfe des Integrationsmanagements sollen Geflüchtete in die Lage versetzt werden, vorhandene Strukturen und Angebote selbständig nutzen zu können.

→ Bericht in der Badischen Zeitung vom 8.1.2018
→ Bericht in der Lahrer Zeitung vom 7.1.2018