„Junge Menschen sollten sich früher zu Wort melden!“

(Hausach) Bereits zum 13. Mal fand am 25.03.2019 der bundesweite EU-Schulprojekttag statt, bei dem sich Schülerinnen und Schüler mit Landes- und Bundespolitiker*innen zur Situation und Zukunft Europas austauschen können. Die Grüne Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin Sandra Boser aus Lahr-Wolfach besuchte in diesem Rahmen die Kaufmännische Schule in Hausach.

Die zwei 12er Klassen unter der Leitung von Gemeinschaftskundelehrerin Maika Martin stellten dann auch viele Fragen zur Zukunft Europas angesichts von Brexit und Klimawandel. Die Vorteile von Europa wurden von einigen Schülerinnen und Schüler formuliert. Allerdings wurde auch Kritik geäußert, dass man als Jugendlicher häufig nicht das Gefühl habe von der Politik gehört zu werden. „Ich finde es unglaublich positiv, dass Eure Generation so engagiert ist bei den Fridays for Future Demonstrationen. Es zeigt, dass unsere Jugend sehr wohl politisch aktiv ist und dies auch bei Wahlen zum Ausdruck bringen sollten. Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 wäre daher eine wichtige Möglichkeit.“, so die grüne Abgeordnete.

„Hätte sich die Jugend Großbritanniens stärker am Brexit-Referendum beteiligt, wäre GB in der EU geblieben. Vor allem für die junge Generation sei die Personenfreizügigkeit und das europäische Miteinander Alltag. Dieses Europa sei jede Mühe wert, unabhängig davon, wie groß die inneren Krisen und äußeren Herausforderungen seien. Es gebe keine nationalen Lösungen für grenzüberschreitende Probleme. Ob Klimawandel, Migration oder Digitalisierung, für ganz unterschiedliche Herausforderungen gelte: „Allein kann das kein Staat mehr bewältigen. Aber gemeinsam können wir das“, so die grüne Abgeordnete.
Neben den globalen Herausforderungen wurde auch das Thema Urheberrecht (Art. 13) angesprochen. Hier plädierte die grüne Abgeordnete für eine ausgewogene Reform, die die Interessen der Nutzer und Kreativen berücksichtige und gleichzeitig keine übermäßige Belastung der Plattformen mit sich bringe. Uploadfilter, bzw. überhaupt Filter, die schon heute massenhaft für verschiedene Zwecke durch die Plattformen eingesetzt würden, betrachte sie mit Skepsis. Vielmehr brauche es Regelungen, um deren Einsatz transparent zu machen und Beschwerdemechanismen einrichten zu können.

Die Europäische Union biete so viele Möglichkeiten von Währungsunion über Personenfreizügigkeit, dass jeder der dabei sei, nur davon profitiere – gerade Baden-Württemberg als exportstarkes Land. „Da denke ich auch als Landespolitikerin europäisch“, so Sandra Boser. Die Mehrheit der Europäer stehe zwar zur EU. Es gebe aber auch viel Kritik, daher gelte es jetzt zu klären, welchen Weg Europa in der Zukunft gehen kann.