„Kompetenzen für Notfallsanitäter stärken“ – Die GRÜNE Landtagsabgeordnete Sandra Boser besucht die DRK-Rettungswache in Hausach

(Hausach) Am 18. Februar 2020 besuchte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Sandra Boser, die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Hausach um sich mit dem DRK-Kreisvorsitzenden Jürgen Nowak, dem Kreisgeschäftsführer Volker Halbe und dem Rettungsdienstleiter Peter Giardini über aktuelle Themen wie „Fachkräftemangel“, „Kompetenzen von Notfallsanitätern“ und „Stärkung des Ehrenamts“ auszutauschen.

Ebenso anwesend waren der Kreisverbandsarzt Wolfgang Stunder, der Notarzt Manuel Abels, und der stellvertretende Rettungsdienstleiter Roland Klemm.

Nach einer Begrüßung durch den Kreisgeschäftsführer Herrn Halbe und dem Kreisvorsitzenden Herr Nowak berichtete der Rettungsdienstleiter Herr Giardini über den Fachkräftemangel auf der Wache: „Durch den Generationenwechsel gehen bald viele KollegInnen in Rente. Es fehlt an Nachwuchs“, betonte er. Die Rettungswache Hausach bildete im Jahr zwar drei Azubis aus, durch den starken Konkurrenzkampf blieben aber nicht alle nach der Ausbildung in Hausach, so Giardini: „Die jungen Leute suchen nach einer attraktiven Perspektive, sie möchten ihr erlerntes Wissen im Beruf später anwenden, durch die rechtlichen Vorgaben ist dies aber oft nicht möglich, denn per Gesetz muss der Notarzt fast immer dazu gerufen werden.“ Der stellvertretende Rettungsdienstleiter bestätigte dies und schilderte seine Beobachtungen aus der Praxis: „Die Notfallsanitäter agieren im Einsatz oft in einer rechtlichen Grauzone. Sie können sich je nach Einschätzung zwar auf den ‚rechtfertigenden Notstand‘ berufen, der besagt, dass ein Warten auf den Notarzt aus medizinischer Sicht nicht möglich ist. Damit geht der einzelne Sanitäter aber jedes Mal ein Strafbarkeitsrisiko ein.“

Sandra Boser äußerte sich dazu aufgeschlossen: „Notfallsanitäter übernehmen eine sehr wichtige gesellschaftliche Aufgabe, das Berufsbild sollte für junge Menschen weiterhin attraktiv bleiben. Die Fachkräfte sollten die Kompetenzen ausüben dürfen,  die sie sich auch erworben haben. Es macht keinen Sinn, wenn Sanitäter im rechtsfreien Raum agieren.“

Der Notarzt Herr Abels äußerte zum Thema Fachkräftemangel zudem seine Einschätzung, dass die Zentralisierung der Klinikstandorte im Ortenaukreis langfristig ein Mehrbedarf an Personal auf der Rettungswache bewirken werde, da Anfahrtszeiten zukünftig zunähmen. Sandra Boser informierte dazu: „Eine gute und gesicherte medizinische Versorgung im ländlichen Raum ist sehr wichtig. Das Klinikum Wolfach ist ein fester Standort. Wir versuchen, attraktive Rahmenbedingungen für alle medizinischen Fachkräfte zu schaffen. Die Zentralisierung der Kliniken bietet dabei speziell gut ausgebildeten ÄrztInnen attraktive berufliche Möglichkeiten. Der Prozess muss aber durch eine gut funktionierende Portalfunktion begleitet werden, damit keine Lücken in der Notfallversorgung entstehen.“

Im Anschluss kam die Runde noch auf das Thema „Stärkung des Ehrenamts“ zu sprechen. Sandra Boser berichtete dazu aus dem Landtag, dass im Haushalt für 2020 zur finanziellen Unterstützung für die Helfer-vor-Ort-Gruppen 800.000 EUR zur Verfügung gestellt wurden. Dies wurde von Herrn Nowak begrüßt. Darüber hinaus wurden die Themen „Landarztversorgung“, „Übergriffe auf Sanitäter“ und „Altern im Rettungsdienst“ angesprochen. Abschließend besichtigte Frau Boser bei einem gemeinsamen Fahrzeugcheck in der Garage das Notfalleinsatzfahrzeug sowie den Rettungswagen der Rettungswache Hausach.

Die Rettungswache Hausach befindet sich im DRK-Zentrum. Sie versorgt das Gebiet um Hausach, Haslach i.K., Fischerbach, Mühlenbach, Hofstetten, Wolfach, Oberwolfach. Sie verfügt über einen Rettungswagen (plus ein Ersatzfahrzeug), ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie zwei Krankentransportwagen. Der Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Die beiden Krankentransportwagen führen disponierbare Krankentransporte (keine Notfälle) durch und sind tagsüber an Werktagen (beide Fahrzeuge) und an Wochenenden (ein Fahrzeug) in Betrieb.