Land weitet Tests aus – Familien sollen entlastet werden; Aktuelle Entwicklungen zu den Maßnahmen des Landes im Zusammenhang mit der Corona Pandemie

Sehr geehrte Damen und Herren,

die baden-württembergische Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erfordert unermüdlichen Einsatz in verschiedenen Bereichen. Noch ist die Eindämmung des Virus nicht abgeschlossen. Die Ansteckungsrate liegt derzeit um die 1,0 das bedeutet, dass nach wie vor jede infizierte Person eine weitere Person ansteckt. Das langfristige Ziel ist es, die Ansteckungsrate auf einen Wert weit unter 1,0 zu drücken, damit es nicht wieder zu einem exponentiellen Wachstum der Ansteckungszahlen kommt. Nur so kann einer zweiten Welle und weiteren Maßnahmen in Zukunft entgegengewirkt werden. Damit folgt Baden-Württemberg auch der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amts, das weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen bis zum 14.06.20 warnt.

Bisher haben wir es durch gemeinsames entschlossenes und zielgerichtetes Handeln geschafft, eine Überlastung unserer Krankenhäuser zu verhindern und Menschenleben zu retten. Durch die begonnenen schrittweisen Lockerungsmaßnahmen wie in Schulen und im Einzelhandel sowie der Öffnung der Frisörläden ab dem 4. Mai und der Öffnungen von Werkstätten für Menschen mit Behinderung ist ein vermehrtes Auftreten von COVID-19-Fällen zukünftig nicht auszuschließen.

Um einen erneuten exponentiellen Anstieg der COVID-19-Fallzahlen in der Bevölkerung frühzeitig zu erkennen und schnellstmöglich eindämmen zu können, weitet das Land die Corona-Tests aus. So sollen künftig nicht nur Personen mit Symptomen, sondern auch Personen ohne Symptome verstärkt getestet werden. Weitere Erkenntnisse soll eine Studie zu Corona bei Kindern liefern, die das Ansteckungsrisiko von und durch Kinder untersuchen soll, um weitere Rückschlüsse auf Infektionsverläufe zu bekommen. Hier können sich Personen freiwillig melden, weitere Informationen dazu finden Sie in den nachstehenden Links.

Um Familien stärker unter die Arme zu greifen, zahlt das Land dem Hilfsnetz für Familien und kommunale Einrichtungen eine weitere Soforthilfe von 100 Mio. Euro. Damit können die Kita Gebühren erstattet werden, wenn Familien das Kita Angebot nicht nutzen, es können aber auch weitere Gebühren wie die von Musikschulen, Volkshochschulen oder aber auch soziale Angebote der Jugendhilfe oder der sozialen Dienste unterstützt werden. Die Gelder gehen direkt den Kommunen zu und über die Verwendung wird vor Ort entschieden.

Unterstützung vom Land erfahren zudem Studierende durch einen Nothilfefonds und dir Obdachlosenhilfe wird mit 750.000 € vom Land unterstützt.

Unten in dieser Mail übersende ich Ihnen wesentliche Informationen sowie die weiterführenden Links zu diesen aktuellen Themen:

  • Aktuelle Fallzahlen zu Covid-19-Infektionen in Baden-Württemberg
  • Covid-19-Situationsbericht der Robert-Koch-Instituts zur aktuellen Lage bundesweit (Stand: 29.04.2020)
  • Maßnahme zur Entlastung von Familien
  • Landesweite Studie zu Corona bei Kindern
  • Ausweitung der Corona-Tests im Land
  • Richtlinie zur Öffnung von Friseurbetriebe
  • Weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts
  • Krisenberatung für Unternehmen
  • Nothilfefonds für Studierende

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich verstehe, dass der Drang und der Wunsch nach weiteren Öffnungen da ist. Und trotzdem müssen alle Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt der Pandemie abgewägt werden. Natürlich sind dabei auch die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft immer zu berücksichtigen. Bund und Länder tauschen sich daher regelmäßig aus, um über weitere Möglichkeiten der Öffnung zu beraten. Unsere Tourismusunternehmen, unsere Hotellerie und Gastronomie brauchen ein Signal. Aber auch Kinder und Familien brauchen Möglichkeiten um die aktuelle Situation gut zu bestehen.

Ich danke Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis für die getroffenen Maßnahmen.

Für Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!

Sandra Boser MdL

 

Aktuelle Fallzahlen zu Covid-19-Infektionen in Baden-Württemberg

Covid-19-Situationsbericht der Robert-Koch-Instituts zur aktuellen Lage bundesweit (Stand: 29.04.2020)

  • Insgesamt wurden in Deutschland 156.337 laborbestätigte COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt, darunter 5.913 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen.
  • Bezogen auf die Einwohnerzahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) wurden die höchsten Inzidenzen aus Bayern (317), Baden-Württemberg (282), dem Saarland (253) und Hamburg (245) übermittelt.
  • Die meisten COVID-19-Fälle (67%) sind zwischen 15 und 59 Jahre alt.
  • Insgesamt sind Frauen und Männer mit 52% bzw. 48% annähernd gleich häufig betroffen.
  • 87% der Todesfälle und 19% aller Fälle sind 70 Jahre oder älter.
  • COVID-19-bedingte Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern werden weiterhin berichtet. In einigen dieser Ausbrüche ist die Zahl der Verstorbenen vergleichsweise hoch.

Demografische Verteilung

  • Von den Fällen sind 52% weiblich und 48% männlich.
  • Insgesamt sind von den Fällen 2.658 Kinder unter 10 Jahren (1,7%)
  • 6.528 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren (4,2%)
  • 66.952 Personen im Alter von 20-49 Jahren (43%)
  • 50.472 Personen im Alter von 50-69 Jahren (32%)
  • 25.157 Personen im Alter von 70-89 Jahren (16%)
  • 4.373 Personen im Alter von über 90 Jahren (2,8%)
  • Bei 196 Personen ist das Alter unbekannt.
  • Durchschnittlich sind die Fälle 50 Jahre alt (Median 50 Jahre).
  • Die höchsten Inzidenzen finden sich in den Altersgruppen ab 90 JahrenKlinische Aspekte
  • Für 125.477 (80%) übermittelte Fälle liegen klinische Informationen vor.
  • Häufig genannte Symptome waren Husten (50%), Fieber (42%) und Schnupfen (21%). Für 3.391 Fälle (2,7%) ist bekannt, dass sie eine Pneumonie entwickelt haben.

Weitere 100 Millionen Euro zur Entlastung von Familien

Land investiert 1,2 Mio. Euro in Studie zu Corona bei Kindern

Landesregierung weitet Corona-Tests deutlich aus

  • Testen, testen, testen! Baden-Württemberg weitet die Corona-Tests deutlich aus. Wir folgen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und testen Personen mit Symptomen. Neben der Maskenpflicht, die ab dem 27.04. gilt, und den Abstands- und Hygieneregeln, tragen mehr Tests dazu bei, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Wir gehen noch einen Schritt weiter und testen darüber hinaus:
  • Personen ohne Symptome, die aber in engem Kontakt zu Infizierten stehen oder zuletzt gestanden sind.
  • bei der Häufung von Erkrankungen im persönlichen und beruflichen Umfeld, etwa in Gemeinschaftsunterkünfte und Betrieben.
  • Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten.
  • Weitere Informationen zur Teststrategie der Landesregierung finden Sie hierunter dem folgenden Link:https://www.badenwuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/landesregierung-weitet-corona-tests-deutlich-aus/

Öffnungen von Werkstätten für Menschen mit Behinderung

  • Ein Stück Alltag: Werkstätten für behinderte Menschen und angegliederten Förderstätten können ab nächster Woche wieder öffnen. Den betroffenen Menschen soll schrittweise die Rückkehr in ihre gewohnte Tagesstruktur ermöglicht werden. Zunächst soll allerdings nur ein Viertel der vorhandenen Arbeitsplätze genutzt und in Kleingruppen von höchstens sechs Beschäftigten gearbeitet werden.
  • Bei der Öffnung gilt es die besondere Situation der Beschäftigten zu berücksichtigen: Denn die meist kognitiv oder seelisch bzw. mehrfach behinderten Menschen können Abstandsregeln, Hygienevorschriften und geänderte Tagesabläufe zwar erlernen, es bedarf jedoch intensiver Anleitung und Einübung.
  • Für die Beschäftigten gilt der Grundsatz der Freiwilligkeit, da das Virus bei ihnen und ihren Angehörigen viele Ängste ausgelöst hat, die nur langsam überwunden werden können.
  • Den Link zu der Verordnung zur Einschränkung des Betriebs von Werkstätten für Menschen mit Behinderung finden Sie hier:  https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/verordnung-zur-einschraenkung-des-betriebs-von-werkstaetten-fuer-menschen-mit-behinderungen/

Richtlinie zur Öffnung von Friseurbetrieben

Weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts weiterhin aktuell

  • Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist.
  • Dies gilt bis auf weiteres fort, vorerst – entsprechend dem Beschluss vom 15. April 2020 zur Verlängerung der Eindämmungsmaßnahmen – mindestens bis einschließlich 3. Mai 2020. Noch im Ausland befindliche Touristen sollten zurückreisen, solange es noch Reisemöglichkeiten gibt. Weitere Informationen zur weltweiten Reisewarnung finden Sie unter dem folgenden Link:https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Krisenberatung Unternehmen

Nothilfefonds Studierende