„Mobilität im ländlichen Raum stärken“ – Sandra Boser zu Besuch in der Gemeinde Rust

(Rust) Stippvisite in Rust. Sandra Boser – stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion – besuchte am 29.05.2019 die Gemeinde Rust und informierte sich im Gespräch mit Bürgermeister Kai- Achim Klare zu aktuellen Themen und der weiteren Entwicklung der Gemeinde. Schwerpunkte waren: ÖPNV, Bildungsangebote und die ökologische Station im Taubergießen.

Im Gespräch informierte Bürgermeister Klare zunächst über die Verkehrs- und Parkplatzsituation in Rust und stellte die geplanten Maßnahmen vor, die in einem Masterplan Anfang des Jahres der Bürgerschaft vorgestellt und diskutiert worden waren. Ein wichtiger Baustein der Verkehrsplanung ist die Stärkung und Ausweitung des ÖPNV. „Der ÖPNV ist im ländlichen Raum ein wichtiger Faktor“, äußerte Klare. „Um Akzeptanz zu schaffen, müssen die Ortschaften besser vernetzt werden, Anschlüsse gut aufeinander abgestimmt sein, Fahrpläne müssen einfach und verständlich sein. Kreisgrenzen bedeuten derzeit noch Ticketgrenzen. Das ist nicht nur teuer, sondern auch in der Handhabung umständlich.“

Für die grüne Landtagsabgeordnete Sandra Boser wichtige Punkte: „Unser Ziel ist, mehr Menschen zur Nutzung von Bus und Bahn zu bewegen. Dazu soll das Ticketsystem vereinfacht werden und günstigere Tarife – einen einheitlichen Landestarif – angeboten werden. Für die Ortenau ist wichtig, dass die Radwege- und Nahverkehrskonzepte umgesetzt werden.“

„In Rust ist man schon einen Schritt weiter“, verweist Klare auf die unter Beteiligung verschiedener Akteure auf den Weg gebrachte Buslinie zwischen Herbolzheim/Rheinhausen und Rust, die v.a. auch Schülerinnen und Schülern aus dem nördlichen Breisgau einen Schulbesuch in Rust ermöglicht und für Pendler und Touristen eine gute Anbindung des Bahnhofs Herbolzheim darstellt. Neben einer hohen Vertaktung und verlässlichen Verbindungen ist Klare auch die Verkehrsberuhigung im Ortskern von Rust wichtig. „Derzeit arbeiten wir an einem innerörtlichen Verkehrs- und Parkierungskonzept. Geregelt werden soll nicht nur das Parken, Ziel ist auch eine neue Linienführung für Fernbusse. Auch eine Ortsumfahrung ist in der Diskussion“, so Klare.

Sandra Boser stellt heraus, dass laut Plänen der Landesregierung zunächst notwendige Sanierungen vorgenommen werden, erst im zweiten Schritt werden Ausbaumaßnahmen geplant. „Alle Vorhaben durchlaufen eine absolute Notwendigkeitsprüfung“, erläutert die Landtagsabgeordnete die Vorgehensweise für Straßenbaumaßnahmen.

Ein weiterer Themenblock: Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler – Stichwort verlässliche Grundschule. Für die Grundschule Rust wurde ein Betreuungsangebot geschaffen, welches den Familien größtmögliche Flexibilität erlaubt, indem Betreuungszeiten individuell gebucht werden können – auch am Nachmittag. „Ein Betreuungsangebot macht dort Sinn, wo es keine Ganztagsschule gibt. Jedoch muss auch die Qualität stimmen – dazu ist pädagogisch geschultes Personal erforderlich“, so Sandra Boser. Dem pflichtet Klare bei, verweist aber auf die zugesagte finanzielle Unterstützung durch das Land.

Zur Entwicklung der Gemeinschaftsschule, die erste 7. Klasse ist seit diesem Schuljahr in Rust, äußert sich Klare positiv: „Unsere Schule erfreut sich großer Nachfrage, auch über die Kreisgrenze hinweg. Die zahlreichen Anmeldungen zeigen, dass das Kollegium eine hervorragende Arbeit leistet. Als Träger sind wir stolz, dass die Gemeinschaftsschule so viel Aufmerksamkeit genießt und aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Um unser Angebot noch besser zu machen, planen wir einen Schulhausneubau.“ Für Sandra Boser ein guter Hinweis: „Die Gemeinschaftsschulen im Land sind anerkannte Schulen. Umfragen zeigen, es gibt kaum eine andere Schulart, in der Eltern und Schüler so zufrieden sind.  Für die nächsten zwei Jahre wird es weiterhin schwierig sein, alle offenen Lehrerstellen zu besetzen, vor allem im Grundschulbereich fehlt es an Personal. Die Landesregierung ist sich dessen bewusst, verschiedene Maßnahmen sollen dieser Entwicklung entgegenwirken.“

Bürgermeister Klare wies zuletzt noch auf die wertvolle Arbeit der ökologischen Station Taubergießen hin. Es sei wichtig, die personelle Ausstattung zu verstetigen, um die für den Naturschutz erforderlichen Aufgaben zu erledigen. Hier sieht er das Land in der Pflicht.

Bei einem abschließenden Rundgang durch das jüngst eingeweihte Rathaus und einem Blick auf die sich im Bau befindliche Sport- und Mehrzweckhalle am Ellenweg, verwies Klare auf die Förderung der Maßnahmen durch das Landessanierungsprogramm (LSP), dank derer den Gemeinden im Allgemeinen Bautätigkeiten in größerem Umfang – wie in Rust – unterstützt werden.