„Unser Tourismus profitiert derzeit vor allem vom Inlandtourismus“ – Sandra Boser besucht das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof und den Adventure-Golfpark in Gutach

(Gutach) Am Donnerstag, den 20.08.2020 tauschte sich Sandra Boser – örtliche Abgeordnete, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Wirtschaftsausschuss der Grünen-Landtagsfraktion – mit der Geschäftsführung der beiden Tourismuseinrichtungen Freilichtmuseum Vogtsbauernhof und dem Adventure-Golfpark in Gutach sowie mit dem Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert über die aktuelle Situation aus.

Im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof informierten die Geschäftsleitung Margit Langer und Thomas Hafen die Landtagsabgeordnete Sandra Boser darüber, wie sich die Corona-Maßnahmen auf das Freilichtmuseum auswirkten. Margit Langer berichtete: „Seit dem 1. Juni gibt es ein reduziertes Veranstaltungsprogramm, aufgrund der Bauart der Schwarzwaldhöfe können unter Einhaltung der Abstandsregeln alle besichtigt werden.“ Thomas Hafen ergänzte: „Für die Programmangebote ist eine Anmeldung erforderlich, dadurch ist dies im Vorfeld gut planbar. Die Plätze müssen desinfiziert und die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Dies wird von den Besuchern bisher gut akzeptiert.“ Vor allem das museumspädagogische Sommerferienprogramm würde sehr gut angenommen werden. „Inzwischen läuft die Saison zufriedenstellend, aber wir werden die Zeit der Schließung nicht aufholen können“, so Margit Langer. Außerdem würden vor allem die Schulklassen und die internationalen Busreisegruppen fehlen.

Angesprochen wurde auch das Thema Digitalisierung, welches derzeit weiter vorangetrieben wird. So konnte das traditionelle Handwerk über eine App den Besuchern digital zugänglich gemacht werden und Handwerksvorführungen digital archiviert werden. Aufgrund des fortschreitenden Alters der Handwerker nehmen die Vorführungen ab und das Wissen um die Handwerke geht so teilweise verloren. Man versuche auch aus der Krise Chancen zu ergreifen, so Margit Langer. „Durch Corona sind wir in der Digitalisierung in großen Schritten vorangekommen und konnten die digitalen Angebote weiter ausbauen“, freute sich Langer.

Zukünftig soll das Freilichtmuseum im nördlichen Bereich um ein weiteres typisches Haus aus dem Nordschwarzwald und eines aus der Oberrheinebene erweitert werden. Jedoch sei dies ohne finanzielle Unterstützung durch das Land nicht möglich. Sandra Boser antwortete: „Das Soforthilfeprogramm wird weitergeführt werden. Auch muss die Kultur- und Heimatförderung fortgesetzt werden. Momentan wird geschaut, wer noch wirklich Hilfe benötigt, gerade die Veranstaltungsbranche ist derzeit noch außen vor.“

Anschließend erfuhr die Landtagsabgeordnete bei dem Besuch der Adventure-Golf Anlage von Carsten Wöhrle, wie sich Corona auf seinen Betrieb auswirkte. „Dies ist ein Saisongeschäft, dass bedeutet, dass innerhalb eines halben Jahres der Umsatz für ein ganzes Jahr erbracht werden muss. Durch Corona war die Anlage für zwei Monate geschlossen, was nicht mehr aufgeholt werden kann“, erzählte Wöhrle und lobte weiter: „Die Überbrückungshilfe von 9.000 € hat gut geholfen.“ Sandra Boser fragte nach, was derzeit den Betrieb noch beeinträchtige. Nicht nur Corona, sondern auch der Klimawandel stelle für Carsten Wöhrle eine Herausforderung dar. „Der August ist wegen den Ferien eigentlich der beste Monat. Doch entweder ist es zu heiß oder es gibt Gewitter“, klagte Wöhrle.

Sandra Boser erklärte, dass man im zweiten Hilfspaket die Veranstaltungsbranche und die Künstler mehr in den Fokus gerückt habe. „Man muss jetzt vor Ort schauen, woher die Infektionszahlen kommen und dann lokal regeln“, äußerte sich die Landtagsabgeordnete.

Beim Adventure Golf stießen noch Bürgermeister Siegfried Eckert und die beiden Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat Gerhard Wöhrle (SPD) und Karl-Heinz Wöhrle (FDP) zu der Runde dazu. Neben den Themen kommunale Förderung des Landes, Lärmschutzmaßnahmen, die Förderung des Kindergartenanbaus und Sicherung des Schulstandortes für die Grundschule, sprach Eckert auch die aktuelle Hangsicherung an der ehemaligen B 33 (Hornberger Straße) sowie die Umfahrung Gutach an.

Um abschließend nochmals auf den Tourismus zu kommen, der in Gutach eine sehr wichtige Rolle spielt, stellt Sandra Boser klar: „Unser Tourismus profitiert derzeit vor allem vom Inlandtourismus. Dieser kann die Einbußen aufgrund des Lockdowns nicht auffangen, daher war es uns wichtig mit Hilfsprogrammen zu unterstützen. Es kann aber auch eine Chance entstehen, wenn der aktuelle Tourismusaufschwung ins kommende Jahr übertragen werden kann.“