„Wir unterstützen die regionale Erzeugung von Lebensmitteln – sie ist ein wichtiger Baustein in der Daseinsvorsorge“ – Sandra Boser MdL und Martina Braun MdL zu Besuch beim Biolieferdienst Zipf in Mahlberg

(Mahlberg) Die Grüne Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Lahr/Kinzigtal und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Grüne im Landtag von Baden-Württemberg Sandra Boser, hat die Sprecherin für Ländlichen Raum der Fraktion GRÜNE im Landtag, Martina Braun MdL am Donnerstag, den 10.09.2020, in den Wahlkreis eingeladen, um sich vor Ort, unter Einhaltung der wichtigen Hygiene- und Abstandsregeln, mit Matthias Zipf vom Biolieferdienst Zipf in Mahlberg und Valentin Oswald von Regionalwert Frischekiste GmbH aus Freiburg über die aktuelle Situation auszutauschen.

Nach einer Begrüßung und kurzen Vorstellungsrunde schilderte Matthias Zipf die derzeitige Lage in seinem Bioland-Betrieb: „Wir sind ein vielseitiger Betrieb, der auf mehreren Hochzeiten tanzt, das ist viel Arbeit. Derzeit liefern wir etwa 250 Kisten aus, da ist aber auch noch Potential vorhanden.“, erklärte Matthias Zipf und sagte weiter: „Die Kinder möchten den Familienbetrieb nicht übernehmen, sondern haben sich andere Ziele gesetzt.“ Martina Braun kann die Problematik nachvollziehen: „Der Generationenwechsel ist oft die Herausforderung in den landwirtschaftlichen Betrieben. Wir wollen dies politisch mehr im Blick haben und auch das Interesse für die Bio-Landwirtschaft wecken“, betonte Martina Braun. Der Absatz von Bio Kisten hat in der Corona Zeit stark zugenommen, konnte Valentin Oswald berichten „Wir konnten die Zahl der Biokisten verdoppeln, die Hälfte davon ist nach wie vor mit dabei.“

Matthias Zipf erklärte, dass man heute über einen Onlineshop auswählen kann, wie die individuelle Bio-Kiste bestückt sein soll. Sandra Boser lobte den Bioland-Landwirt: „Früher war es bei den Biolieferdiensten oft so, dass man eine Kiste gebucht hat, ohne zu wissen, was drin ist. Ich finde es prima, dass man heute den Bedürfnissen entsprechend einkaufen und oftmals ein komplettes Warenangebot zur Verfügung steht.“ „Gerade die Wochenmärkte sind für uns Kleinerzeuger wichtig“, betonte Herr Zipf. Sandra Boser stimmte abschließend zu: „Es ist wichtig die kleinen Erzeuger zu haben und zu erhalten.“

Ebenso berichtetet die Sprecherin für Ländlichen Raum, dass man bei ihr im Ländle gute Erfahrungen mit dem Verein SoLaVie gemacht habe, der für solidarische Landwirtschaft steht und eine Win-Win-Situation für alle Beteiligte werden könne. Allerdings brauche es am Anfang Zugpferde, dann kann SoLaVie zu einem Selbstläufer werden, so Braun. Dort lege man Wert darauf, die Bioware so zu vermarkten, wie das Gemüse vom Acker komme. Sandra Boser ergänzte hier, dass es im Ortenaukreis bereits eine Initiative SoLaVie gäbe und Sie sich für eine Unterstützung ausspräche.

Valentin Oswald, der seit drei Jahren Geschäftsführer des Biolieferdienstes „Regionalwert Frischekiste“ in Freiburg ist, schilderte den beiden Abgeordneten von seinen Erfahrungen im Biobereich: „Heute wächst der Anspruch an die Qualität und das Aussehen der Biowaren.“ Martina Braun sieht hier auch den Preis mit als Grund für den gestiegenen Anspruch der Kunden: „Die Kunden zahlen mehr und damit ist auch der Anspruch an das Bioprodukt gestiegen“, erklärte Braun.

Auf die Nachfrage von Sandra Boser und Martina Braun, wie Corona sich auf die beiden Betriebe auswirkten, antwortete Zipf: „Da waren wir die Helden! Wir sind gut durch die Krise gekommen.“ Beide Biolieferdienste konnten einen Gewinn an Neukunden verzeichnen. Jedoch, so Zipf, seien gerade Einrichtungen wie Schulen als Abnehmer der Bioware in Zeiten von Corona weggebrochen.

Das Schulobstprogramm an Schulen, die Thematik möchten Sandra Boser und Martina Braun nochmals im Ministerium für ländlichen Raum einbringen, denn immer mehr Schulen seien bereit, bei diesem Programm mitzumachen. Um dies jedoch an den Schulen voranzutreiben, braucht es eine bessere Unterstützung vom Land, da waren sich alle einig. „Dafür könne man auf das Biodiversitätsstärkungsgesetz zurückgreifen, wir haben ein großes Interesse daran, die regionale Landwirtschaft zu erhalten und die Situation nachhaltig zu verbessern“, so Martina Braun.