Der Klimaschutz hat oberste Priorität – Spitzenkandidat Winfried Kretschmann besuchte die Ortenau und sprach mit Sandra Boser, Thomas Marwein, Bernd Mettenleiter und der Ettenheimer Bürgerenergie eG über die Energiewende

(Lahr/Offenburg) Der Grüne Spitzenkandidat Winfried Kretschmann legte am Mittwoch den 10.03.2021 auf seiner Wahlkampf-Tour „Wachsen wir über uns hinaus“ einen virtuellen Stopp in der Ortenau ein. Dort sprach er mit den grünen Landtagskandidaten Sandra Boser, Thomas Marwein und Bernd Mettenleiter und der Ettenheimer Bürgerenergie eG sowie dem Ettenheimer Bürgermeister Bruno Metz über Ihre genossenschaftlichen Solar- und Windprojekte und wie dieses bürgerschaftliche Engagement zur Energiewende im Land beitragen kann.

Nach einer Begrüßung von Sandra Boser, Wahlkreisabgeordnete aus dem Wahlkreis Lahr/Kinzigtal und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Grüne im Landtag, starteten Jörg Bold, Bob Hopmann und Christian Ringwald sowie Bürgermeister Bruno Metz mit ihrer Präsentation über die Bürgerenergie Ettenheim und deren Projekte. Der Vorsitzende Jörg Bold berichtete über die bisher umgesetzten Windparks, den geplanten Windpark Schnürbuck und die Größe der Genossenschaft mit 250 Mitgliedern: „Wir haben einen guten Mix aus Solar- und Windkraft“. Bob Hopmann informierte noch zum Projekt „Solar-Challenge für Schülerinnen und Schüler“ und Christian Ringwald zum Pilotprojekt „Coaching Social Media“, das unter anderem vom Umweltministerium unterstütz wird. Bürgermeister Bruno Metz konnte berichten, dass Ettenheim bereits 70 % seines Stroms aus regenerativen Energien generiere.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich beeindruckt von den Projekten der Ettenheimer Bürgerenergie eG und stellte heraus, welche große Bedeutung der Klimaschutz für seine Partei hat: „Jedem potenziellen Koalitionspartner muss klar sein: In der neuen Legislaturperiode gibt es für uns: Erstens Klimaschutz, zweitens Klimaschutz und drittens Klimaschutz. Sonst schaffen wir es nicht, in zehn Jahren das Ziel, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, zu erreichen. Die Windenergie spielt dabei eine entscheidende Rolle, sie ist der Brotbaum der Energiewende.“ Auch Sandra Boser, auf deren Einladung die Ettenheimer Bürgerenergie eG ihre Projekte bei dem Termin vorstellte, äußerte sich positiv: „Die Genossenschaft ist ein super Vorbild für den Klimaschutz und die Akzeptanz für diesen in der Bevölkerung.“

Im weiteren Gespräch ging es noch um die Genehmigungsverfahren beim Repowering, dem Abbau alter und dem Neubau neuer Anlagen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Das Genehmigungsrecht ist ein Bundesrecht. Wir haben im Land unseren Spielraum bereits ausgereizt. Wir Grünen machen uns für ein eigenes Planungsrecht für Windräder stark.“ Außerdem tauschte sich die Runde über die Finanzierung der Energieprojekte sowie über Hürden im Genehmigungsverfahren aus wie zum Beispiel die Gesetzgebung zum Artenschutz. Bürgermeister Bruno Metz: „Unsere Projekte sind wirtschaftlich, der Klimaschutz steht an erstere Stelle, aber es lohnt sich auch finanziell.“

Abschließen tauschte sich die Runde über alternative Formen der klimafreundlichen Energiegewinnung aus. Sandra Boser berichtete dazu aus Ihrem Wahlkreis: „Bei der Wärmegewinnung kann Holz ein wichtiger Faktor sein. Wenn es um Nahwärme aus Holzkraft geht, muss man sich öffnen und ggf. Kritiker informieren und überzeugen.“ Der Ministerpräsident schloss den Termin mit einem Dank und einer Anerkennung für das bürgerschaftliche Engagement der Ettenheimer Bürgerenergie: „Ein Land, in dem die Leute etwas in die Hand nehmen und eine starke Zivilgesellschaft hat, das regiert man einfach gerne. Vielen Dank für Ihr Engagement zur Energiewende.“

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