„Der Rohstoff Holz ist eine große Chance für die Wärmeversorgung“ – Sandra Boser im digitalen Austausch mit der Gemeinde Fischerbach

(Fischerbach) Wegen den derzeitigen Kontaktbeschränkungen verlegte Sandra Boser den Besuch der Gemeinde Fischerbach in einen virtuellen Raum. Bei dem digitalen Treffen am 07. Januar 2021 mit Bürgermeister Thomas Schneider tauschte sich Sandra Boser, Grüne Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Lahr/Kinzigtal und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Grüne im Landtag von Baden-Württemberg über die Themen „Wärmeversorgung“, „Digitalisierung“, „Corona“ und „ÖPNV“ aus.

Bürgermeister Thomas Schneider möchte die Energiewende und speziell die Wärmewende in seiner Gemeinde vorantreiben. Für das Neubaugebiet „Oberer Wiesenrain“ wurde die Verlegung eines Wärmenetzes vom Gemeinderat abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Baukostenzuschuss für den Bau eines Gasnetzes. Somit kommen hier künftig Wärmepumpen oder Einzelöfen für Pellets bzw. Scheitholz in Frage. In Bestandsgebäuden werden an vielen Stellen alte Heizungen durch neue Gasheizungen ersetzt.

Durch die Einführung der CO2-Steuer wird der Preis für Gas in den nächsten Jahren steigen. Schneider sei für die Zukunft wichtig, auf regenerative Wärmegewinnung zu setzen. „Gerade im Hinblick auf die Waldzunahme und das Offenhalten der Landschaft stellt Holz ein regeneratives Material zur Wärmegewinnung dar“, informierte Bürgermeister Schneider. Sandra Boser stimmte zu, dass der Rohstoff Holz eine große Chance zur Wärmeversorgung darstelle, auch weil es ein regionaler Rohstoff sei und dieser ohne lange Transportwege beschafft werden könne. Thomas Schneider berichtete, dass das Thema Holzheizung mit Holzhackschnitzel noch nicht ganz vom Tisch sei. Damit könne man einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wie in Wolfach und Oberwolfach bereits geschehen, wäre es auch für Schneider wünschenswert, die öffentlichen Gebäude und die Altbauden in Fischerbach mit einem überwiegend auf dem Energieträger Holz basierendem Nahwärmenetz zu heizen. Jedoch fehle hier im Gemeinderat derzeit noch Zustimmung, da man nicht eine Verpflichtung der Häuslebauer zur Abnahme wolle, sondern diese sich frei für eine Wärmeversorgung entscheiden sollen. Bürgermeister Schneider ist zuversichtlich, dass mit der Novelle des Erneuerbare-Energien- Gesetzes (EEG 2021) die Gewinnung von Strom und Wärme aus regenerativen Energien gefördert werde. So setze man in der Gemeinde auch auf die Förderung von Photovoltaik (PV)-Anlagen auf den Hausdächern. Wichtig sei die Schaffung einer CO2-armen Energieversorgung, so Schneider. Sandra Boser berichtete, dass im neu beschlossenen Klimaschutzgesetz für große Kommunen eine Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung verankert sei und kleine Kommunen diese ebenfalls vornehmen können. Das Ziel ist es bis 2050, dass alle Kommunen eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreichen.

Beim Thema Glasfaserausbau und Digitalisierung sei man auf einem guten Weg, so Schneider. Für die Grundschule seien I-Pads bestellt worden, so Schneider. „Ich finde es wichtig, den Grundschülern frühzeitig Medienkompetenz an die Hand zu geben, da viele Zuhause dieses Medium nutzen, ohne zu wissen, wie man damit richtig umgeht“, so die Grünen Abgeordnete Boser. Die Wahl des Endgerätes sei bei der großen Auswahl auf dem Markt schwierig gewesen, äußerte sich Schneider. Hierauf antwortete Sandra Boser: „Wir haben dem Kultusministerium vorgeschlagen, eine „White List“ zu erstellen, in der datenschutzkonforme Apps und Geräte aufgelistet werden sollen, damit die Schulen eine datenschutzkonforme Entscheidung über den Einsatz der Medien vornehmen können.“

Bürgermeister Schneider informierte die Abgeordnete Boser anschließend über die bestellten Luftfiltergeräte, die inzwischen in Betrieb genommen seien, um den Infektionsdruck in der Schule und der Kindertagesstätte zu mildern. Damit stoß Schneider auch das nächste Thema Corona an. Sandra Boser berichtete, dass in der Ortenau die Fallzahl sinken und man am Donnerstag entscheiden werde, ob Kitas und Schulen am 18.01.21 wieder öffnen können. „Nur, wenn die Infektionszahlen es zulassen, wird eine vorgezogene Öffnung möglich sein. Es wird weiterhin eine Notbetreuung angeboten, um die Betreuungssituation zu entlasten“, sagte Sandra Boser.

Sandra Boser erkundigte sich abschließend über den ÖPNV in Fischerbach. Schneider schilderte, dass ein Bürgerbuss bereits in Fischerbach im Einsatz sei. Für die Abgeordnete ist es ein wichtiges Anliegen, eine gute Verbindung von den Nebenstrecken zu den Hauptstrecken zu schaffen. Für die Zukunft sei es bedeutend, unterschiedliche Angebote auf den Weg zu bringen. Dabei ist die Umsetzung des Nahverkehrskonzeptes des Kreises ein wichtiger Baustein. Ruftaxis, Bürgerbusse oder On Demand Angebote wären mögliche Zusatzangebote, um auch im ländlichen Raum den Umstieg vom Auto attraktiv zu gestalten. „Das Land unterstützt alternative Mobilitätsangebote, denn nur mit einer vernetzten Mobilität werden wir attraktive Angebote schaffen können“, so die Abgeordnete abschließend.

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