„Die Qualität im Blick behalten“ – Sandra Boser MdL zu Besuch bei der Karl-Person-Schule in Ringsheim

(Ringsheim) Am vergangenen Montag, den 06.09.2021, besuchte die örtliche Grünen Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin im Kultusministerium, Sandra Boser, die Karl-Person-Schule in Ringsheim, um sich mit Bürgermeister Pascal Weber, Dr. Kai-Achim Klare (Bürgermeister der Gemeinde Rust), Alexander Brucher (Schulleiter der Karl-Person-Schule) sowie Christian Moser (Schulleiter der Grund- und Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen) über aktuelle Themen auszutauschen. Schwerpunktmäßig ging es dabei um die Themen „Coronapandemie“, „Digitalisierung“ und „Ganztag“.

Bürgermeister Weber freute sich sehr, dass die Landtagsabgeordnete Sandra Boser seiner Einladung gefolgt war und begrüßte sie herzlich im Hof der Karl-Person-Schule. Allen war es ein wichtiges Anliegen bei einem Vor-Ort Termin mit Sandra Boser über die aktuelle Situation an den Schulen und in den Gemeinden sprechen zu können. Nach kurzer Begrüßung übergab Bürgermeister Weber das Wort an die beiden Schulleiter. Für beide sei Planungssicherheit sehr wichtig. Daher wäre es wünschenswert, wenn bei der Pandemiebekämpfung auf eine mittelfristige oder langfristige Strategie gesetzt werden würde, so Brucher. Dem stimmte Schulleiter Moser zu und forderte dabei auch, dass man den Lehrkräften mehr Vertrauen solle. „Die aktuellen Regelungen für die Schulen sollen den Präsenzunterricht gewährleisten. Daher wird es bei einem positiven Fall über tägliche Testungen das Infektionsgeschehen verfolgt, statt Quarantäne zu verordnen. „Wir wollen dem Schuljahr maximale Normalität geben.“ so die Abgeordnete Sandra Boser.

Dann klinkte sich Bürgermeister Weber ein und kam auf das aktuelle Thema Ganztag zu sprechen. Er erklärte, dass dies sehr personalintensiv sei und die Finanzierung eine nicht unwesentliche Rolle bei der Umsetzung spiele. Gerade für Arbeitszeiten am Nachmittag sei es schwer Personal zu finden, so Weber. Er hoffe auf unbürokratische Unterstützung. „Die Ganztagesschule bietet neben der Unterstützung bei den Hausaufgaben die große Chance, mehr Kinder an die Vereinsstrukturen heranzuführen. Um den Ganztagsanspruch ab 2026 umzusetzen, braucht es eine faire Lastenverteilung – hierfür setzt sich der Ministerpräsident aktuell ein“, so Sandra Boser und sagte weiter: „Die Schulen können dazu auch externe Akteure in ihr Ganztagskonzept einbeziehen.“ Im Hinblick auf das Personal berichtete die Landtagsabgeordnete, dass derzeit in Baden-Württemberg 650 Lehrerstellen noch offen seien. Gründe dafür seien, so die Landtagsabgeordnete, viele Teilzeitkräfte, oft bevorzugte Arbeitsorte und fachbezogener Mangel. Weber fragte nach Möglichkeiten für Quereinsteiger:Innen. „Es gibt Quereinsteigerprogramme, jedoch muss dabei die Qualität im Blick behalten werden“, antwortete Sandra Boser.

Zufrieden zeigte sich Bürgermeister Weber bei der Entwicklung der Digitalisierung an der Karl-Person-Schule. Mit Microsoft Teams habe man ein gut funktionierendes System. Trotz intensiver Projektierung konnte mit Microsoft keine datenschutzkonforme Lösung gefunden werden, weshalb das Land dies nicht zur Verfügung stellen kann. Gerade im Zusammenspiel mit Schülerdaten gilt es den Datenschutz einzuhalten. Boser berichtete, dass man an einer Lösung arbeite, eine Plattform zu erstellen, die alles beinhalte, datenschutzkonform sowie Betriebssystem unabhängig nutzbar sein solle. Neben digitalem Lernen solle diese Plattform auch E-Mail und Office Bereich beinhalten, erklärte Boser.

Um die Schüler:Innen auf einen guten Schulstart kommende Woche vorzubereiten laufen derzeit verschiedene Förderprogramme wie Lernbrücken oder auch die Sommerschulen. Sandra Boser verwies darauf, dass diese Programme den Schüler:Innen einen besseren Zugang zur Schule und damit einen guten Schulstart ermöglichen sollen und weniger um fehlenden Unterrichtsstoff nachzuholen. Auch hier dürften Externe die Schüler*innen unterstützen. Im Bezug auf Corona gilt weiterhin die Testpflicht an den Schulen, von zweimal pro Woche könnte auch ein dreimaliges Testen notwendig werden. Die Tests bleiben für die Schüler*innen kostenlos.

Bei der Frage wie es um die Psyche der Kinder stehe, erzählte Brucher, dass dies sehr unterschiedlich sei. „Der familiäre Background ist wichtig. Teils gehen Kinder auch gestärkt heraus“, so Brucher. Sandra Boser ergänzte, dass sie von Schüler:Innen schon die Rückmeldung erhalte habe, dass es für sie schlimm sei, wenn sie als „Verlorene Generation“ bezeichnet werden. Dem fügte Schulleiter Moser abschließend hinzu: „Die Pandemie ist wie mit den Jahresringen eines Baumes zu vergleichen. Ein Durstjahr fangen wir wieder auf.“

 

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