Sandra Boser MdL im Gespräch mit der Geschäftsführung der IHK Südlicher Oberrhein

(Lahr) Am Montag, den 08. November 2021 sprach die örtliche Grünen Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin im Kultusministerium Sandra Boser mit der IHK Südlicher Oberrhein-Geschäftsführung Dr. Dieter Salomon (Hauptgeschäftsführer), Alwin Wagner (stellv. Hauptgeschäftsführer) und Simon Kaiser (Geschäftsführer) über den Fachkräftemangel, den aktuellen Koalitionsvertrag, die regionale Schulentwicklung sowie die Lehrerversorgung an Beruflichen Schulen.

Die Gesprächsrunde eröffnete Hauptgeschäftsführer Dr. Salomon mit dem über viele Branchen hinweg bekannten Thema des Fachkräftemangels. Nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im Verkehrsbereich fehle es an Fachkräften, sagte Dr. Salomon und nannte als einen Grund den demographischen Wandel. Neben einem Arbeitsplatz sei aber auch wichtig, dass genügend bezahlbarer Wohnraum vorhanden sei, erklärte Dr. Salomon weiter. Sandra Boser stimmte zu, dass nicht nur Fachkräfte, sondern Arbeitskräfte insgesamt fehlen würden und ergänzte, dass Wohnungsbau als auch Quartiersentwicklung vom Land vorangetrieben werde.

Simon Kaiser, Geschäftsführer und zuständig für Aus- und Weiterbildung, informierte die Landtagsabgeordnete über die Situation bei der Ausbildung. Er schilderte, dass viele Ausbildungsstellen unbesetzt blieben. Daher seine Frage: „Wie bekommt man die jungen Leute auf die Ausbildungsangebote aufmerksam gemacht?“ Auch die Betriebe selbst, wüssten nicht, woher sie die Azubis nehmen sollten, so Kaiser. Die IHK Südlicher Oberrhein bietet mit der Berufsinformationsmesse (während Corona als digitales Messeformat) aber auch über Bewerbungstraining sowie dem Förderprogramm ProBeruf Möglichkeiten zur Berufsorientierung und -vorbereitung. „Die Berufsberatung muss stärker in die Pflicht genommen werden, gerade in der Schule als niederschwelliges Angebot“, betonte Kaiser. Boser fügte hinzu, dass es derzeit Überlegungen gäbe, die Berufsorientierung in diesem Jahr mit zusätzlichen Maßnahmen zu unterstützen. „Dieses Jahr sind auch wieder externe Praktika möglich. Diese sind die beste Möglichkeit, um junge Menschen die vielfältigen Angebote aufzuzeigen“, so die Abgeordnete.

Weiter ging es mit dem Thema Meisterprämie, welche seit 2020 nur die Handwerksmeister erhalten. Hier forderte Dr. Salomon, bei den Koalitionsverhandlungen eine Gleichbehandlung auch für die anderen Meister wie die der Industrie oder im Technikbereich zu schaffen. Kaiser ergänzte noch, dass diese Ungleichbehandlung schwer den Auszubildenden zu vermitteln sei. Gerade im Hinblick, dass die Kosten für eine Fort- oder Weiterbildung meist vom Arbeitgeber nicht übernommen, sondern von den Auszubildenden selbst gezahlt werden müssen, sei eine Gleichbehandlung bedeutend. Boser betonte, dass die Meisterprämie das Interesse an den Handwerksberufen steigern solle und sich daher auf diese Angebote konzentriere.

Als nächsten wichtigen Punkt stoß Simon Kaiser die regionale Schulentwicklung an beruflichen Schulen an. Bei der regionalen Schulentwicklung sei die Standortsicherung wichtig. Kaiser sagte, dass an manchen Stellen zu wenig passiere, um die Standorte gut aufzustellen. Dr. Salomon schlug vor, dass hier die Schulbehörden steuernder statt moderierend eingreifen sollen. „Die regionale Schulentwicklung ist insbesondere bei der Zusammenführung von verschiedenen Standorten ein wichtiges Instrument. Daher werden wir prüfen, an welcher Stelle es Anpassungsbedarf gibt“, so Boser.

Abschließend bedankte sich Sandra Boser für den informativen Austausch und versicherte die angesprochenen Themen mit in den Landtag zu nehmen.

Please follow and like us:
Pin Share