Alter, was geht?

(Lahr) Wie viel Geld steht mir im Alter noch zur Verfügung? Wie lange muss unsere Generation arbeiten? Wie kann ich mich gegen die Risiken absichern, die das Leben mit sich bringt? Fragen, mit denen sich junge Menschen nicht früh genug beschäftigen können, weshalb sie am IBG in den Wahlfächern Sozialmanagement (SG) und Privates Vermögensmanagement (WG) aufgegriffen werden.

Mehr als 30 Schüler dieser Kurse haben nun auf sehr anschauliche Weise erste, wertvolle Einblicke erhalten. Experten der Deutschen Rentenversicherung kamen mit dem Projekt „Alter, was geht?!“ an die Schule, um für die Themen Altersvorsorge und Suchtprävention zu sensibilisieren.
Als Einstieg diente der Einsatz eines Alterssimulationsanzugs, mit dem die Schüler ausprobieren konnten, was es bedeutet, mit eingeschränkter Sicht einen Zeitungsartikel zu lesen oder sich mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit und schweren Gliedern nach Gegenständen zu bücken. Möglicherweise reagieren sie künftig etwas nachsichtiger, wenn eine ältere Person an der Kasse etwas länger im Geldbeutel kramt.

Im Anschluss stellten zwei Referentinnen von der Deutschen Rentenversicherung verschiedene Möglichkeiten zur Alters- und Risikoabsicherung vor. In Gruppenarbeit setzten sich die Schüler daraufhin mit den jeweiligen Perspektiven von Berufstätigen, Rentnern und Politikern zum Generationenvertrag auseinander.

Im dritten Block der Veranstaltung verstärkte mit Sandra Boser eine Politikerin die Runde. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag diskutierte mit den Schülern unter anderem über die Themen Ausbildungsförderung, Jobaussichten und Generationengerechtigkeit. In ihren Ausführungen wurde Boser durchaus konkret: so sprach sie sich angesichts des demographischen Wandels unverblümt für eine Rente mit 67 aus, wobei sie klar stellte, dass der Renteneintritt von der Art des Berufes abhängen müsse und dass außerdem die Lebensarbeitszeit zu berücksichtigen sei.

Letzter Baustein des Projektes war schließlich ein Gespräch mit einem Betreuer und zwei Patienten der Rehaklinik Freiolsheim zum Thema Suchtprävention und Rehabilitation. Die beiden Patienten erzählten, wie sie schon als Kinder zum ersten Mal mit Drogen in Berührung kamen, wie sie ihren Drogenkonsum kontinuierlich steigerten, welche körperlichen und sozialen Folgen daraus resultierten und wie der Therapiealltag aussieht. Die Schüler waren sichtlich beeindruckt von den geschilderten Lebensläufen, aber auch von der Willenskraft der Patienten, die unbedingt wieder in einen normalen Alltag zurückkehren wollen.