Verkehrsminister zur Mobilität im ländlichen Raum

(Ettenheim) Auf Einladung von Sandra Boser kam der Grüne Verkehrsminister Winne Hermann nach Ettenheim in den Winefeldsaal, um gemeinsam mit etwa 60 Interessierten, Bürgermeistern und Verkehrsexperten zur Thematik der Mobilität im Ländlichen Raum zu diskutieren.

Die von Hermann genannten Stichworte waren den Zuhörern nicht unbekannt: digitale Mobilität, Elektromobilität, teilautonomes Fahren, passgenaue Mobilitätsangebote auch für den ländlichen Raum, Verbesserung des Angebots im Schienennahverkehr, Förderung des Radwegenetzes. Und ergänzende Fakten waren zuweilen ernüchternd: Bei vier von fünf Autofahrten sitzt der Fahrer allein im Auto, vier Sitze sind eigentlich überflüssig. Hermann: „Autos sind ein ineffizientes Transportsystem“. 34 Prozent der Kohlendioxidimmission in Baden-Württemberg geht derzeit auf das Konto von Verkehr, insgesamt der höchste Anteil. Ziel der Landespolitik sei es, diesen Anteil auf 20 Prozent zu drücken. Ziel sei es auch, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen im Land bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern.

Für eine Verbesserung des ÖPNV auf der Straße werde das Land vom nächsten Jahr an seine Politik verändern, kündigte Hermann an. Bisher habe das Land die Schülerbeförderung mit dreistelligen Millionenbeträgen subventioniert, weshalb sich Anbieter auch auf diesen Part im ÖPNV konzentriert hätten. Künftig werden die Subventionsmittel an die Kreise und kreisfreie Städte direkt ins Budget Nahverkehr gegeben. Über den Mitteleinsatz entscheiden diese selbst. Hermann: „Die Landesförderung ist dann nicht mehr zweckgebunden, sondern kann dann auch zu einer Verbesserung des ÖPNV-Angebots außerhalb der Schülerbeförderung beitragen“.

Kontroversen gab es an dem Abend auch, unter anderem zu den Themen RE-Haltestellen in Ringsheim und Mahlberg sowie der Pflege von Radwegen. Dennoch ging ein Großteil der Besucherinnen und Besucher positiv aus dem Abend und auch Sandra Boser zeigte sich begeistert von dem überwältigenden Andrang sowie den konstruktiven Diskussionen.

Badische Zeitung Winne Hermann 24.11.2017 

Lahrer Zeitung Winne Hermann 24.11.2017