(Hausach) Sandra Boser, Grünen-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Lahr, besuchte die Außenstelle Hausach der bwlv Fachstelle Sucht Offenburg, um sich mit Martha Ohnemus-Wolf (Leitung der bwlv Fachstelle Sucht Offenburg), Andreas Birkenberger (zuständiger Mitarbeiter der Fachstelle Außenstelle Hausach) und Hermann Gilsbach (Leiter der bwlv Drogenhilfe Lahr mit einer Außenstelle in Zell am Harmersbach) über aktuelle Themen der Suchthilfe auszutauschen. Dabei steht bwlv für Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation gGmbH. Schwerpunktmäßig ging es dabei um Absicherung der Prävention und der Suchthilfe insgesamt.
Am Standort Hausach liegt der Schwerpunkt auf Alkohol-, Medikamenten- und Glücksspielsucht. Neben Beratungsgesprächen für Betroffene, Angehörige oder Arbeitgeber:innen besteht auch die Möglichkeit eines ambulanten Therapieangebotes. „Alkohol ist Suchmittel Nummer eins“, informierte Ohnemus-Wolf und wies auf eine steigende Anzahl Menschen hin, die sich wegen Alkoholmissbrauch an die Suchtstelle wenden.
Boser fragte nach, wie sich die Zahl der Drogentote verändert habe. „Die Zahl ging anfangs zurück, aber inzwischen haben wir wieder eine steigende Zahl an Drogentote“, bedauerte Ohnemus-Wolf. Ein Grund sei, dass die Drogen einfach übers Internet zu bestellen seien, ergänzte Gilsbach, der auch die Suchtberatung in Zell am Harmesbach leite. „Die Konsumform hat sich geändert. Früher wurde fast ausschließlich Heroin in Spritzen konsumiert, heute kommen immer mehr synthetische Opiode auf den Markt, die in kleinsten Mengen die Gefahr der Überdosis bergen“, informierte Gilsbach. Marta Ohnemus-Wolf stimmte zu, dass heutzutage eine extrem leichte Verfügbarkeit der Drogen bestünde und die Produzenten sehr kreativ seien. „Die Drogenhilfe sollte über jeden Drogentoten Bescheid wissen, um ein regionales Frühwarnsystem aufstellen zu können“, sagte Gilsbach. Inzwischen gäbe es auch mehr Meldungen von Eltern, die Sorge um ihre Kinder hätten. Gerade bei 15- und 16-Jährigen sei die Hilflosigkeit der Eltern groß, so Gilsbach. Der Ärztenachwuchs in diesem Bereich bereite Martha Ohnemus-Wolf große Sorgen. „Es ist sehr schwer Ärztinnen und Ärzte im Bereich Substitution zu finden“, so Ohnemus-Wolf.
Weiter sei die Finanzierung der Suchthilfe ein wichtiges Thema, so Ohnemus-Wolf. „Die Lohnkosten sind stark gestiegen und wir haben großen Zulauf. Der Landeszuschuss von 2025 war gut und auch vom Kreis gab es Mittelsteigerungen, die aber langsam ausgeschöpft sind“, berichtete Ohnemus-Wolf. Sandra Boser antwortete: „Es war für uns ein großer Erfolg 2025 die Mittel zu erhöhen. Denn wir wissen wie wichtig die Suchtberatung zur Prävention ist, um vor langfristigen Folgen zu schützen. Wir haben daher großes Interesse die Finanzierung im Bereich Suchthilfe zu stabilisieren.“
Gilsbach äußerte den Wunsch nach einer Gesamtstrategie im Bereich Suchthilfe. Es müsste eine Offensive in der Prävention geben. „Wir würden gerne in die Schule gehen, jedoch fehlt uns dazu das Personal“, so Gilsbach. „Wir erarbeiten gerade viele Schutzkonzepte wie beispielsweise auch ein Gewaltschutzkonzept“, so Boser und wies auf das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) hin, an das man sich gerne im Hinblick auf Präventionsmöglichkeiten an Schulen wenden könne.
Landtagsabgeordnete Sandra Boser dankte für den informativen Austausch und lobte abschließend die wertvolle Arbeit der Suchthilfe Fachstelle Offenburg mit ihrer Außenstelle in Hausach und der Drogenhilfe Lahr mit ihrer Außenstelle in Zell a.H.
Info
Beratungstermine können unter der Telefonnummer 0781/9193480 oder per E-Mail an fs-offenburg@bw-lv.de vereinbart werden. Eine Sprechstunde ohne Voranmeldung findet donnerstags von 16 bis 17 Uhr in Hausach statt.
In Zell a.H. können Beratungstermine über die Drogenhilfe Lahr 07821/923899-0 vereinbart werden.
Bild: v.l.n.r.: Hermann Gilsbach, Martha Ohnemus-Wolf, Sandra Boser MdL, Andreas Birkenberger
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