(Ettenheimmünster) Auf Einladung von Sandra Boser, Grünen Landtagsabgeordnete und Wahlkreisabgeordnete für Lahr, besuchte Grünen Landtagsabgeordneter Manfred Lucha das aczepta Haus St. Landelin in Ettenheimmünster, eine spezialisierte sozialpsychiatrische Einrichtung der aczepta Gruppe. Die beiden Abgeordneten tauschten sich dabei mit Dennis Rahneberg (Geschäftsführender) und Kerstin Zehnle (Einrichtungsleitung) zu aktuellen Herausforderungen und brennenden Themen der Gesundheits- und Pflegelandschaft aus.
Nach der Begrüßung durch die Einrichtungsleitung und einer Vorstellung der aczepta-Gruppe durch Herrn Rahneberg nutzten Sandra Boser MdL und Manfred Lucha MdL die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum zu machen. Unter anderem war Anlass des Besuchs, dass das Haus St Landelin eine Förderung im Rahmen der Modellprojektförderung (2025/2026) für die Sprachförderung „Sprache als Schlüsselkompetenz“ durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration erhalten hatte, wofür Herr Rahneberg ein großes Dankschön aussprach. „Wir sind sehr froh, dass wir sie fördern konnten und hoffen, diese Förderung auch konservieren zu können“, so Abgeordneter Lucha. „Wir brauchen dauerhaft spezielles Kommunikationstraining für Pflegekräfte“, betonte Dennis Rahneberg.
Einfindung in die deutsche Leistungsgesellschaft, aber auch kulturelle Missverständnisse untereinander, Angst vor Rassismus und auch die Sprachbarriere seien Herausforderungen um langfristig Personal zu binden und eine hochwertige Versorgung zu gewährleisten, so Rahneberg. Die Stärkung der Kommunikation und Interaktion in interkulturellen Teams im Pflege- und Gesundheitswesen sei sehr bedeutend. Integration und Sprache seien der Schlüssel zur Fachkräftegewinnung und -bindung. „Wir bereiten ausländische Fachkräfte daher bereits in ihrem Heimatland vor, um sprachliche und kulturelle Defizite aufzufangen. Der Großteil der ausländischen Pflegekräfte hat einen akademischen Grad; damit müssen wir qualifizierte Perspektiven schaffen, um als Land attraktiv zu sein. Zudem müssen ausländische Pflegekräfte wesentlich besser und intensiver auf das Deutsche Pflegesystem und –verständnis vorbereitet werden, bereits im Heimatland“, erklärte Rahneberg.
Landtagsabgeordnete Sandra Boser erkundigte sich, ob die Fachkräfte nur für den eigenen Bedarf qualifiziert würden oder sich die aczepta Gruppe als Bildungsträger sehe? „Wir sehen uns als Bildungsträger und bilden auch für andere Einrichtungen aus“, antwortete Rahneberg.
Die beiden Landtagsabgeordneten unterstrichen die Relevanz regionaler Einrichtungen wie dem Haus St. Landelin für die lokale Infrastruktur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Kerstin Zehnle und Dennis Rahneberg zeigten sich sehr erfreut über das Interesse der beiden Abgeordneten an den spezifischen Belangen ihrer Einrichtung und den Mitarbeitenden.
Der Besuch endete mit einem Rundgang durch die Räumlichkeiten, bei dem auch der persönliche Kontakt zu den Bewohner:innen und Pflegekräften gegeben war.
Info
Die Leistungen des Haus Sankt Landelin umfassen unter anderem stationäre Langzeitpflege für Erwachsene mit Pflegegrad 2 oder höher und chronischen psychischen Erkrankungen sowie auch eine Eingliederungshilfe mit pädagogisch pflegerischer Unterstützung in drei Wohngruppen. Seit 2014 werden auch Menschen mit Substitutionserfordernissen bei Suchterkrankungen aufgenommen.
Aktuell finden gerade Neubaumaßnahmen statt, um zusätzliche Pflege- und Eingliederungsplätze zu schaffen und moderne Betreuungsräume bereitzustellen.
Zudem betreibt die aczepta Gruppe eine eigene Akademie für Pflegeberufe in Freiburg mit Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten für Pflegefachpersonal und Betreuungskräfte.
Bild:
v.l.n.r.: Manfred Lucha MdL, Heike Dorow, Sandra Boser MdL, Kerstin Zehnle, Dennis Rahneberg
Copyright: Büro Sandra Boser MdL