(Kippenheim). Sandra Boser MdL, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg und Abgeordnete für den Wahlkreis Lahr, besuchte die Metallbaufirma M&S Gruseck GmbH in Kippenheim. Bei einer Gesprächsrunde tauschte sie sich mit dem Geschäftsführer Stefan Gruseck über die aktuelle Situation des regionalen Handwerks und Mittelstands aus. Dabei ging es unter anderem um die Themen Fachkräftesicherung und Bürokratieabbau. Anschließend erhielt die Abgeordnete bei einem gemeinsamen Firmenrundgang noch einen Einblick in den Betriebsablauf.
Das Familienunternehmen M&S Gruseck wurde 2003 von den Brüdern Stefan und Michael Gruseck, beide studierte Diplom- Ingenieure (Fachhochschule), als GbR gegründet und seit 2007 als GmbH geführt. Beide sind Geschäftsführer. Neben dem Hauptsitz in Kippenheim gibt es noch einen weiteren Standort in Kappel-Grafenhausen. „Wir haben uns im Bereich Werkzeugtechnik sowie in der Herstellung von Verschleißteilen für den Spezialtiefbau, die Recyclingwirtschaft sowie Forst- und Landwirtschaft spezialisiert. Wir produzieren Standard- und Sondermaschinen und können auf spezielle Kundenwünsche eingehen. Neu hinzugekommen ist die Produktion von Rundschaftmeiseln für das Fräsen bei Straßensanierungen“, so Stefan Gruseck und sagte weiter: „Wir exportieren seit Jahren weltweit mit großem Erfolg.“
Gleichzeitig machte Stefan Gruseck im Gespräch deutlich, dass steigende Energiekosten, hohe bürokratische Auflagen und der zunehmende Mangel an qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden den operativen Alltag belasten. Um die Lücken beim Personal zu schließen, seien viele ausländische Arbeitskräfte im Unternehmen beschäftigt. Um die Integration zu unterstützen, bezahle die Firma Deutschkurse, aber es brauche auch bezahlbaren Wohnraum. Stefan Gruseck wünsche sich von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen und flexiblere, unbürokratischere Prozesse bei der Mitarbeitergewinnung, insbesondere auch bei der Integration von ausländischen Arbeitskräften. Landtagsabgeordnete Sandra Boser stimmte zu, dass der Weg Migrantinnen und Migranten in Arbeit zu bringen verbesserungsfähig sei. „Unser Wirtschaftsstandort braucht auch in Zukunft Fach- und Arbeitskräfte, dazu braucht es auch weiterhin Zuwanderung. Wir werden den Bedarf nicht allein mit deutschen Bürger:innen decken können. Daher sind auch in Zukunft Integrationsmaßnahmen wichtig, um Migration erfolgreich zu gestalten. Die geplanten Kürzungen der Bundesregierung in diesem Bereich sehe ich daher kritisch“, so die Landtagsabgeordnete.
„Um den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zu stärken, ist für uns als Land zudem klar, dass wir bürokratische Hürden abbauen müssen“, so Boser. Die Landtagsabgeordnete teilte mit, dass mit dem Effizienzgesetz alle landesrechtlichen Berichts-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten im Landesrecht zum 31.12.2027 auslaufen würden. Es müsse künftig nicht mehr begründet werden, warum eine bürokratische Pflicht wegfällt, sondern warum sie überhaupt noch beibehalten werden müsse. Betroffen seien alle Regelungen, auf die das Land Baden-Württemberg direkten Einfluss habe. Übergeordnetes EU- oder Bundesrecht bliebe davon unberührt.
Beim anschließenden Rundgang durch die Produktionshallen erklärte Geschäftsführer Gruseck, dass von der Konstruktion über die Planung bis hin zur Fertigung alles aus einer Hand laufe. Es bestünden keine Abhängigkeiten von Werkzeugen aus Übersee. Das bedeute kurze Lieferzeiten. Gruseck zeigte sich zufrieden mit der aktuellen Auftragslage.
Abschließend bedankte sich Sandra Boser für die tiefen Einblicke und den offenen Austausch. Sie werde die gewonnenen Impulse mit nach Stuttgart nehmen.
Bildanhang:
Auf dem Bild zu sehen ist: Stefan Gruseck und Sandra Boser MdL
Copyright: Büro Sandra Boser MdL