(Hausach) Sandra Boser MdL, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg und Abgeordnete im Wahlkreis Lahr, besuchte am Mittwoch, den 29.07.2026, auf Einladung von Iris Stenzel die Praxis für Ergotherapie und Handrehabilitation ELFI in Hausach, um sich mit der Inhaberin und Ergotherapeutin Iris Stenzel und weiteren Heilmittelerbringerinnen wie Physio- und Ergotherapeutinnen sowie Logopädinnen über aktuelle Herausforderungen im Heilmittelbereich auszutauschen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Auswirkungen des Bundesgesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) und der spürbare Fachkräftemangel auf die therapeutische Versorgung.
Iris Stenzel führte Sandra Boser MdL zunächst durch die Praxisräume und gab einen Einblick in die Robotik gestützten Therapiegeräte. Dabei wurde schnell deutlich, wie komplex und unverzichtbar die physio- und ergotherapeutische Betreuung für die Patientinnen und Patienten vor Ort ist. Doch die Branche stehe unter Druck, so Stenzel. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften erschwere es zunehmend, der hohen Nachfrage an Therapieplätzen zeitnah gerecht zu werden.
Ein weiteres zentrales Thema des Austauschs waren die gesetzlichen Neuerungen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Iris Stenzel und den weiteren Teilnehmenden aus der Heilmittelbranche bereiten schon jetzt die Sparmaßnahmen der gesetzlichen Krankenkassen große Sorgen, gerade beim Blick auf die Qualität der Patientenvorsorge oder die wirtschaftliche Stabilität der Praxen. Mit den Kürzungen bei dem Bundeszuschuss an die Krankenkasse wird diese Situation weiter verschärft. Sandra Boser zeigte Verständnis: »Die Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge ist für uns ebenfalls ein wichtiges Ziel, um die Bürgerinnen und Bürger in diesem Bereich nicht weiter zu belasten.“ Boser berichtete, dass Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand das Ergebnis der Verhandlungen über die GKV-Reform entsprechend kritisiert hatte. Die Grünen lehnten sowohl das Verfahren als auch Teile des Gesetzes ab. Das Gesetz stabilisiere die Beiträge nur kurzfristig und löse die strukturellen Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenkassenversicherungen nicht. Der Bund sei ihnen zwar in einigen Punkten entgegengekommen, aber die Einsparungen würden vor allem zulasten von Krankenhäusern, Arztpraxen und Beschäftigten erfolgen, so Boser.
Eine weitere Teilnehmerin sprach noch das Thema Schulgeld in Gesundheitsberufen an. Hier informierte Landtagsabgeordnete Boser, dass das Land einige Ausbildungen in den für die Gesundheitsversorgung wichtigen Gesundheitsfachberufen inzwischen fördere und dadurch eine Schulgeldreduzierung ermögliche. Das Land hat in den vergangenen Jahren jedoch eine vom Bund angekündigte bundesweite Regelung zur Förderung der Schulen in den Gesundheitsberufen abgewartet. „Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen halte ich es für richtig zu prüfen, inwiefern Baden-Württemberg hier weitere Schritte umsetzen kann“, so die Abgeordnete.
„Der direkte Austausch mit Expertinnen vor Ort ist von unschätzbarem Wert. Die ambulante therapeutische Versorgung ist eine tragende Säule der Gesundheitslandschaft“, so Boser und bedankte sich abschließend für die Impulse aus der Praxis.
Bild:
Ganz links Iris Stenzel, zweite von links Sandra Boser MdL
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